Auch Stadt stellt Ideen vor

Eine neue Brücke über der entdeckten Brücke? Hildesheimer Verein macht Vorschlag, wie es in der Dammstraße weitergehen soll

Hildesheim - Wie soll Hildesheim mit der 850 Jahre alten Brücke unter der Dammstraße umgehen? Die Verwaltung will im Ausschuss für Stadtentwicklung am Mittwoch dazu Vorschläge präsentieren. Die Altstadt Gilde hat zu dem Thema klare Vorstellungen.

Archäologen dokumentieren derzeit die Brücke in der Dammstraße in Hildesheim.

Hildesheim - Wie soll die Stadt mit der 850 Jahre alten Brücke umgehen, die unter der Dammstraße entdeckt worden ist? Die Verwaltung will am Mittwoch, 1. Februar, in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und des Ortsrates Stadtmitte/Neustadt (17 Uhr, Ratssaal) dazu Vorschläge präsentieren. Über das weitere Vorgehen entscheiden dann der Stadtrat und der Ortsrat am Montag, 20. Februar.

Die Hildesheimer Altstadt Gilde hat zu dem Thema klare Vorstellungen: Der Verein fordert, die Grabungsstelle zu sichern und dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Fund in der Dammstraße sei für Hildesheim ein echter Glücksfall, meint Thomas Seidler, der Vorsitzende der Altstadt Gilde. Denn die Brücke eröffne direkte bauliche Einblicke in die hochmittelalterliche Stadtgeschichte. „Einen für die Stadt derart bedeutenden archäologischen Fund lediglich zu dokumentieren und dann wieder zu verfüllen, ist keinesfalls ausreichend.“ Dafür sei kulturgeschichtliche Bedeutung des Bauwerks zu groß.

Die Altstadt Gilde empfiehlt in ihrer Pressemitteilung, den Fundort zu schützen; Besucher sollten sich ihn anschauen können. Seidler – der von Beruf Architekt ist – schwebt dazu eine Brücke vor, die über die Grabung gespannt wird und die bestehende Innerste-Brücke ersetzt.

Eine neue Brücke über der alten – das schwebt der Altstadtgilde vor

Dadurch bleibe zum einen die Verkehrsanbindung erhalten; zum anderen werde die Grabung von oben gegen Witterungseinflüsse geschützt. „In diesem Zusammenhang könnte auch über eine Verkehrsberuhigung der Dammstraße nachgedacht werden“, findet der Vorsitzende der Altstadt Gilde, so würde der Zugang zu dem historischen Bauwerk sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer sicherer. „Der mit der neuen Brücke als Überdachung versehene archäologische Fund wäre damit für Besucher jederzeit zugänglich – ein echtes kulturelles Highlight für Hildesheim“, schwärmt Seidler.

Er rät der Stadt, den Fundort der Brücke mit der Wegeführung des Welterbe-Bandes zu verknüpfen. So entstünde ein bemerkenswertes kulturelles Dreieck: Mariendom, St. Michaelis und ein herausragender archäologischer Fund im historisch ältesten Teil der Stadt.

Die Hildesheimer SPD-Landtagsabgeordnete Antonia Hillberg lässt derweil über ihre Fraktion im Wissenschaftsministerium nachfragen, ob es eventuell vom Land für Fördermittel für die Sicherung der Brücke gibt. Die Sozialdemokratin sitzt im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur des Parlaments.

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