Weg zur Freigabe

Abzug der Archäologen aus der Hildesheimer Dammstraße rückt näher

Hildesheim - Bei den Arbeiten rund um die historische Brücke in der Dammstraße in Hildesheim steht der Abzug der Archäologen bevor. Zuvor allerdings bekommen diese Gelegenheit, einen Blick aus einer sehr besonderen Perspektive auf das Bauwerk zu werfen.

Die rund 3,50 Meter breite Südseite der Dammstraßen-Brücke (rechts) in Hildesheim war über Monate zu sehen, die Nordseite noch nie. Nun schaffen die Archäologen ein Fenster, um auf die Oberfläche des Bauwerks in dessen gesamter Breite von sieben Meter schauen zu können. Foto: Heiko Stumpe

Hildesheim - Bei den Arbeiten rund um die historischen Brücke in der Dammstraße hat die letzte Phase der archäologischen Untersuchungen begonnen: Derzeit wird das 850 Jahre alte Bauwerk in einem zwei Meter langen Streifen von Norden nach Süden auf dessen kompletter Breite von rund sieben Metern freigelegt. So entsteht ein Fenster, durch das die Experten erstmals einen Blick auf die gesamte Oberfläche der Brücke in diesem Abschnitt werfen können. Im Hintergrund sitzen Baugrundgutachter und Tragwerksplaner an den Berechnungen für die Betonplatte, die das Bauwerk versiegeln soll, und das dafür erforderliche Fundament.

Die Voraussetzungen dafür vor Ort sind auf der Nordseite der Brücke seit kurzem abgeschlossen, wie Dr. Markus C. Blaich der HAZ auf Anfrage sagte. Der Hildesheimer arbeitet beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD); er ist Referent für Mittelalterarchäologie und Bauforschung sowie stellvertretender Leiter der Abteilung Archäologie.

Das Ministerium hat ein Auge auf die Brücke in Hildesheim

Blaich ist im NLD der zuständige Mann für die Dammstraßen-Brücke, die Stadt muss sich mit ihm wegen der großen wissenschaftlichen Bedeutung der Brücke auf Geheiß des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums in Hannover abstimmen.

Wie es auf der Südseite der Brücke in Sachen Fundament genau weitergeht, steht indes noch nicht genau fest: Dies hängt davon ab, was bei den Berechnungen der Planer herauskommt, sie sollen in der Wochen nach Pfingsten vorliegen. Nach letztem Stand sind auf der Südseite weitere Erdarbeiten in einem Bereich vorgesehen, den die Archäologen bislang nicht untersucht haben – spätestens danach können sie aus der Dammstraße abrücken, ihr Einsatz dort ist dann zu Ende. Blaich schätzt den Aufwand für die etwaigen Arbeiten allerdings nur als „minimal“ ein.

Derzeit jedoch sind Grabungsleiter Gregor Brose und dessen Kolleginnen und Kollegen ohnehin noch an einer anderen Stelle beschäftigt: Sie legen einen Schlitz frei, der sich von Norden nach Süden über die komplette Breite der Brücke zieht. „Das verhilft uns zu einem Einblick, der uns so bislang noch nicht möglich war“, erklärt NLD-Vertreter Blaich.

Zwar war die Südseite des Bauwerks über Monate zu sehen gewesen; Brose und Mitarbeiter der Stadt hatte sie Interessierten auch bei Führungen erläutert. Doch die Nordseite blieb während der gesamten, nunmehr fast zweijährigen Arbeiten in der Dammstraße weitestgehend im Boden verborgen – die Archäologen suchten bei Sondierungen lediglich den äußeren Brückenrand, weil der für das Bemessen der Betonplatte wichtig ist.

Der „Querschlag“ über die Brücke soll sich bis Mitte nächster Woche erledigt haben

Am Dienstag hatte der „Querschlag“ über die Brücke, wie Blaich den Eingriff nennt, noch nicht überall die Brückenoberfläche erreicht, dies soll aber voraussichtlich am Mittwoch geschehen. Mitte nächster Woche soll dieser Einsatz dann abgeschlossen sein, sagte Stadtsprecher Helge Miethe der HAZ. Wie er ankündigt, will die Verwaltung danach „in Kürze“ über das weitere Vorgehen und damit auch über den Einbau für die Betonplatte informieren. Ist die erst einmal im Boden eingebracht worden, steht als Nächstes die Fertigstellung der Fahrbahn an. Nach früheren Angaben werden dafür etwa drei Monate veranschlagt – danach kann die Stadt die Dammstraße wieder freigeben.

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