Bauarbeiten schreiten wieder voran

Nach unerwartetem Fund in der Dammstraße in Hildesheim: Wie groß ist der zeitliche Verzug?

Hildesheim - Vor wenigen Wochen wurden Ausläufer der historischen Brücke in der Dammstraße an einer überraschenden Stelle entdeckt, eine längere Verzögerung stand im Raum. Nun steht fest, wie es weiter geht.

Archäologin Lina Marie Mielke dokumentiert Gebäudereste, die in der Baugrube in der Dammstraße in Hildesheim entdeckt wurden. Foto: Rainer Breda

Hildesheim - Unwägbarkeiten begleiten die Bauarbeiten rund um die Dammstraße, seit diese vor etwa drei Jahren begonnen haben: Erst wurden Dutzende Gebeine entdeckt, dann Reste der untergegangenen Johanniskirche, schließlich eine 850 Jahre alte Brücke. Insofern sind alle Beteiligten – also Stadt, Stadtentwässerung, Archäologen und Baufirmen – grundsätzlich auf Überraschungen eingestellt.

Doch damit, dass man bei den Arbeiten am nördlichen Fundamentgraben für die Betonplatte, die das historische Bauwerk versiegeln soll, auf dessen Ausläufer stoßen könnte, hatte niemand gerechnet. Schließlich entsteht dieser sogenannte Gründungsschlitz auf einer Länge von rund 30 Metern in 75 Zentimetern Abstand zu der Brücke. Denn die soll ja unversehrt bleiben.

Und so mussten sich die Experten nach dem unerwarteten Brückenausläufer-Fund Anfang April zunächst einmal über das weitere Vorgehen abstimmen. Das Ergebnis lässt sich jetzt vor Ort feststellen: Jener Teil des Fundamentgrabens, in dem die Ausläufer der Brücke auftauchten, ist wieder verfüllt worden – seit Montag wird oberhalb davon eine neue Baugrube für diesen Bereich des Grabens ausgehoben. Der muss am Ende auch hier etwa 5,50 Meter tief sein, am Montag waren knapp drei Meter erreicht.

Trotz des unerwarteten Fundes: Bauarbeiten liefen weiter

Die Archäologen, die den Einsatz begleiten, machten bislang einige wissenschaftlich betrachtet unbedeutende Mauerreste aus, Gebeine fanden sich in diesem Bereich noch nicht – anders als am gegenüberliegenden Ende des Grabens in Richtung Moritzberg. Dort waren die Arbeiten weitergelaufen, während Stadt, SEHI, Archäologen, Statiker und Baugrundgutachter noch grübelten, wie sie auf der anderen Seite agieren sollten. Die zeitliche Verzögerung dadurch beträgt nach übereinstimmender Einschätzung lediglich einige Tage – zunächst stand im Raum, der Verzug könnte auch länger dauern.

Als nächster Schritt steht nun das Anlegen des Fundamentgrabens auf der Südseite der Brücke an. Wann es dort losgeht, ist noch nicht abzusehen – und damit auch nicht, wann die Betonplatte über die historische Brücke gelegt wird. Davon wiederum hängt die Wiederherstellung der Fahrbahn und der Zeitpunkt ab, zu dem die Stadt die Dammstraße wieder für den Verkehr freigeben kann.

Wann ist die Dammstraße wieder frei? Das ist weiter offen

Ein Mitarbeiter der Verwaltung hatte Anfang des Jahres in Aussicht gestellt, dies sei bis zum Sommer möglich. Baudezernentin Andrea Döring war davon in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses abgerückt. Die Verwaltung muss dort jeweils auf Antrag der Gruppe CDU/Unabhängige/FDP in jeder Sitzung über den Stand der Arbeiten in der Dammstraße berichten und einen Ausblick geben. Die nächste reguläre Zusammenkunft des Ausschusses steht im Juni an.


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