Hildesheim - Die Vorbereitungen zur Wiederherstellung der Dammstraße kommen nur langsam voran: Die Erde neben und über der Nordseite der historischen Brücke unter der Fahrbahn ist übersät mit Resten von Bauwerken aus den vergangenen Jahrhunderten.
Zudem steht ein Teil der früheren Außenmauer des Johannis-Hospitals an der Dammstraße den weiteren Arbeiten im Weg, wie jetzt feststeht: Der betroffene Bereich solle abgebaut und dann, wenn alles erledigt sei, wieder aufgebaut werden, kündigt Stefan Keck an. Der Bauingenieur der Firma BN Umwelt GmbH koordiniert die Arbeiten.
Neben der Brücke, auf der Brücke: Auf der Nordseite sind überall Mauerreste im Boden
Die bestehen derzeit darin, einen etwa zwei Meter breiten und zunächst ebenso tiefen Schlitz an der Nordseite der historischen Brücke zu graben: Hier soll später die Gründung für die Betonplatte, die das 850 Jahre alte Bauwerk abdecken soll, in den Boden getrieben werden. Doch der steckt so voller Mauerreste, dass die Arbeiten nur schrittweise vorankommen.
Schließlich müssen die Archäologen, die den Einsatz begleiten, erst alle Entdeckungen begutachten und dokumentieren – erst dann darf ein Bagger die Steine abtragen. Die Vielzahl der Funde erschwere es jedoch, die Steine von der historischen Brücke eindeutig abzugrenzen, berichtet Keck. „Und wir wollen das Bauwerk ja nicht beschädigen.“
Entsprechend langsam geht es derzeit voran: Der Gründungsschlitz soll etwa 35 Meter lang werden, in den vergangenen Tagen sind davon etwa sieben Meter geschafft worden. Auf der Ostseite steht dem Vorhaben zudem auch oberirdisch etwas im Weg: Dort stößt aus Richtung Bischofsmühle die frühere Außenmauer des Johannis-Hospitals auf die Dammstraße – in das denkmalgeschützte Bauwerk ist ein Torbogen eingelassen, unter dem der Bürgersteig verläuft.
Die Hospital-Mauer soll nach den Arbeiten wieder aufgebaut werden
Sowohl der erst 1970 hinzugefügte Bogen, dessen Fundament und auch ein Teil der Mauer in Richtung Bischofsmühle müssen den Arbeiten vorübergehend weichen, wie Keck, Vertreter der Stadt, der Stadtentwässerung und des Landesamtes für Denkmalpflege dieser Tage vor Ort erörtert haben. Bogen und Mauer würden anschließend wieder aufgebaut, berichtet Keck.
Auch in einem anderem Punkt zeichnet sich mehr Klarheit ab. So soll die Betonplatte, die die historische Brücke schützen soll, voraussichtlich nicht auf Säulen liegen, sondern auf einer Art Wand – Keck spricht von einer „linienhaften Gründung.“ Dafür seien kleinere Geräte nötig, was auch wirtschaftlicher sei.
Den entsprechen Antrag an die städtische Denkmalpflege, die darüber entscheidet und sich mit dem Landesamt abstimmt, will der Mann von der BN Umwelt GmbH Ende Oktober/Anfang November stellen. Darin will er auch um die Erlaubnis bitten, die Hospital-Mauer abzutragen. Auf die Genehmigung hofft der Bau-Koordinator angesichts der Vorabstimmung aller Beteiligten Mitte November, die Arbeiten an der Mauer sollen noch in diesem Jahr beginnen.
Doch was heißt das für den weiteren Zeitplan? Da wollen sich alle Beteiligten nicht festlegen, berichtet Keck – das Abtragen der Mauer werde jedenfalls mindestens einige Wochen dauern. „Das passiert Stein für Stein, um sie hinterher genauso wieder rekonstruieren zu können.“ Für die Betonplatte und das Wiederherstellen der Fahrbahn sind etwa drei Monate eingeplant.
Nach wie vor gesperrt ist der Johannisfriedhof. Unter dessen Gelände verläuft der neue Kanal, dessen Bau im Mai 2022 überhaupt erst zur Entdeckung der historischen Dammstraßen-Brücke geführt hatte. Die Stadtentwässerung hatte vor einigen Wochen angekündigt, den Friedhof „im Herbst“ wieder zu öffnen; nun heißt es, man hoffe, bis zum Jahresende fertig zu sein. So müsse noch das historische Pflaster am Eingang aus Richtung Johannisstraße verlegt – was sehr aufwändig sei – und ein Teil der nördlichen Friedhofsmauer wieder aufgebaut werden.
