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Christian Wolters
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Dammstraße noch länger gesperrt: Kuddelmuddel statt Transparenz

Hildesheim - Wer ist Schuld daran, dass die Hildesheimer Dammstraße noch deutlich länger gesperrt bleibt als bisher bekannt? Die Antworten der Beteiligten lassen zwei Dinge außer Acht, kommentiert HAZ-Redakteur Christian Wolters.

Auf dem Luftbild von Anfang April sind Arbeiter noch damit beschäftigt, die Baugrube zu verfüllen. Inzwischen ruhen die Arbeiten in der Hildesheimer Dammstraße. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Es ist offenkundig so: In der Zeit, in der in Hildesheim eine alte, krümelige Brücke freigelegt und wieder zugeschaufelt wird, werden andernorts ganze Hochhäuser gebaut. Vom Irrsinn, dass die im Verlauf mehrerer Jahre gewonnene archäologische Erkenntnis den Steuerzahler schon jetzt mehr als 3 Millionen Euro kostet, ganz zu schweigen.

Was bei alledem auffällt: Wann immer man fragt, wer Schuld am Dammtor-Desaster hat, verweisen die Beteiligten konsequent auf unbelebte Materie: die Brücke selbst. Der Zahn der Zeit. Die Vorschriften im Denkmalschutz. Die Ausschreibungsrichtlinien. Das Schicksal.

Kuddelmuddel statt bürgernaher Transparenz

Das mag ein Stück weit sogar stimmen, aber es lässt zweierlei außer Acht. Erstens: Die einschlägigen Gesetze und Richtlinien sind nicht neu, man darf von Profis neben und auf der Baustelle erwarten, dass sie diese von Anfang an kennen und berücksichtigen.

Zweitens haben die Stadt und die Stadtentwässerung, was die Kommunikation zur Hildesheims berüchtigster Baustelle angeht, nie an einem Strang gezogen. Statt bürgernaher Transparenz gab es ein Kuddelmuddel aus schwammigen Zeitplänen und Wunsch-Daten für die nervöse Stadtpolitik. Das Ergebnis ist ein Vertrauensverlust: Wer, bitteschön, soll der Stadt den neuen Termin eigentlich noch abkaufen?

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