Hildesheim - Es ist offenkundig so: In der Zeit, in der in Hildesheim eine alte, krümelige Brücke freigelegt und wieder zugeschaufelt wird, werden andernorts ganze Hochhäuser gebaut. Vom Irrsinn, dass die im Verlauf mehrerer Jahre gewonnene archäologische Erkenntnis den Steuerzahler schon jetzt mehr als 3 Millionen Euro kostet, ganz zu schweigen.
Was bei alledem auffällt: Wann immer man fragt, wer Schuld am Dammtor-Desaster hat, verweisen die Beteiligten konsequent auf unbelebte Materie: die Brücke selbst. Der Zahn der Zeit. Die Vorschriften im Denkmalschutz. Die Ausschreibungsrichtlinien. Das Schicksal.
Kuddelmuddel statt bürgernaher Transparenz
Das mag ein Stück weit sogar stimmen, aber es lässt zweierlei außer Acht. Erstens: Die einschlägigen Gesetze und Richtlinien sind nicht neu, man darf von Profis neben und auf der Baustelle erwarten, dass sie diese von Anfang an kennen und berücksichtigen.
Zweitens haben die Stadt und die Stadtentwässerung, was die Kommunikation zur Hildesheims berüchtigster Baustelle angeht, nie an einem Strang gezogen. Statt bürgernaher Transparenz gab es ein Kuddelmuddel aus schwammigen Zeitplänen und Wunsch-Daten für die nervöse Stadtpolitik. Das Ergebnis ist ein Vertrauensverlust: Wer, bitteschön, soll der Stadt den neuen Termin eigentlich noch abkaufen?

