Hildesheim - CDU-Fraktionschef Dennis Münter hatte immer wieder im Ausschuss für Stadtentwicklung nachgefragt: Könne die Verwaltung schon absehen, welche Kosten auf sie durch die Arbeiten rund um die historische Brücke in der Dammstraße zukommen? Bislang hatte sich der Christdemokrat stets einen Korb geholt. Nun hat das Rathaus erstmals eine Zahl genannt: In der vorherigen Woche im Finanzausschuss noch in vertraulicher Sitzung, nun im Stadtentwicklungsausschuss sogar im öffentlichen Teil.
Wie Nils Rühmann, der kommissarische Chef des Fachbereichs Tiefbau, berichtete, geht die Verwaltung bislang von 2,5 Millionen Euro aus, Stand Mitte Januar. Es stehen aber noch der Bau der Betonplatte, mit der die Stadt die Brücke versiegeln will, und das Wiederherstellen der Fahrbahn aus. Auf die Nachfrage von Münter, womit man am Ende rechne, blieb Rühmann die Antwort schuldig: Dies lasse sich nicht absehen. Genauso äußerte sich Rathaussprecher Helge Miethe: Man könne die weiteren Kosten noch nicht beziffern, sagte er der HAZ. Die Stadt hatte die Ausgaben Anfang 2023 auf zwei Millionen Euro geschätzt. Damals wollte die Verwaltung die Brücke aber noch teilweise abtragen und die Hohlräume unter ihr verfüllen. Sie musste diese Idee jedoch aus denkmalrechtlichen Gründen verwerfen.
„Wir möchten wissen, wo das Geld herkommen soll“
Für Münter ist trotz Rühmanns Erklärung eine wichtige Frage offen: „Wir möchten wissen, wo das Geld herkommen soll“, sagte er der HAZ. Schließlich klaffe im Haushalt ein Loch, die Ausgaben müssten dort aber abgebildet werden. Formal betrachtet ist die Stadtentwässerung (SEHI) Auftraggeber der Arbeiten: Die Brücke war im Mai 2022 beim Bau eines Kanals entdeckt worden; um keine Zeit zu verlieren, hatte die SEHI die weitere Abwicklung übernommen und mit der Stadt vereinbart, dass diese ihr bis zum 30. Juni 2027 die Kosten erstattet. Die Abmachung bezieht sich auf die Ausgaben für die archäologischen Arbeiten und die Wiederherstellung der Fahrbahn.
