Bauarbeiten

Hildesheimer Dammstraße: Neue vorsichtige Prognose für das Ende der Sperrung

Hildesheim - Die Sperrung in der Dammstraße in Hildesheim betrifft seit dieser Woche auch alle, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Unterdessen laufen die Arbeiten für die Abdeckung der entdeckten historischen Brücke. Der Baustellenleiter nennt nun erstmals wieder eine Prognose für das Ende der Arbeiten.

Die Arbeiten in der gesperrten Dammstraße in Hildesheim laufen: Hier kommt nun niemand mehr durch. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Dammstraßen-Sperrung gilt seit dieser Woche für jegliche Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer – und dauert voraussichtlich noch rund ein halbes Jahr lang. Denn nun hat Baustellenleiter Nils Rühmann erstmals nach längerer Zeit wieder eine vorsichtige Prognose für den Abschluss der Arbeiten gegeben: „Wir gehen vom Sommer aus“, so Rühmann in der jüngsten Sitzung des städtischen Finanzausschusses am Mittwoch, „im Juli oder August sind wir fertig.“ Zunächst wollte er sich nicht festlegen, wurde aber vom Ausschussvorsitzenden Frank Wodsack (CDU) zu einer Aussage gedrängt.

Wann die Dammstraße wieder freigegeben werden kann, dazu hatte die Stadt Hildesheim zuletzt keine offiziellen Angaben mehr gemacht: Zu oft musste sie in der Vergangenheit ihre Prognose korrigieren. Bei den Arbeiten rund um die Versiegelung der 850 Jahre alten Brücke seien noch zu viele Fragen offen, und es gäbe zu viele Unwägbarkeiten, hieß es beispielsweise im vergangenen November – deswegen könne man keine konkreten Daten mehr nennen.

„Wir sind auf der Zielgeraden der Unsicherheit“

Auch bei der Prognose von Rühmann bleiben Unsicherheiten: Es fehlt noch ein 15 Quadratmeter großes Areal, das die Archäologen noch nicht untersucht haben. Hier könnten noch Särge und Skelette gefunden werden, die dann geborgen werden müssten. Die Bergung eines Skeletts nimmt einen ganzen Tag in Anspruch, an dem keine weiteren Arbeiten erfolgen können. Bislang sind im Untergrund der Baustelle 30 Skelette gefunden worden, die zwischen 150 und 450 Jahre alt sind. Rühmann ist jedoch zuversichtlich, dass jetzt keine großen Überraschungen mehr drohen: „Wir sind auf der Zielgeraden der Unsicherheit.“

Umwege für alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind

Seit Montag betrifft die Sperrung in der Dammstraße nicht mehr nur Autofahrerinnen und Autofahrer, sondern alle Verkehrsteilnehmer. Bislang konnten die, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren, noch auf dem Gehweg entlang der Mauer an der Baustelle vorbeilaufen oder -fahren. Doch seit dem Wochenanfang ist damit Schluss: Die Dammstraßen-Brücke über die Innerste ist nun auch für den Fuß- und Radverkehr zu. Die Umleitung für Fußgänger und Fahrradfahrer führt über den Gehweg entlang der Innerste und über die beiden Brücken am Inselcafé und an der Bischofsmühle.

Der Grund dafür, dass die Dammstraße nun für alle gesperrt ist, sind vorbereitende Arbeiten für eine sogenannte Lastverteilungsplatte. Sie wird über das entdeckte historische Brückenbauwerk gelegt. Diese Platte soll wie ein Deckel die geschätzt 850 Jahre alten und dann wieder unterirdischen Brückenbögen schützen, die Last aus dem Verkehr aufnehmen und seitlich abtragen, wie Helge Miethe, Sprecher der Stadt Hildesheim, erläutert. Sie soll dauerhaft dort liegen bleiben und ist aus Stahlbeton hergestellt.

Seitdem Archäologen die historische Brücke im Mai 2022 zufällig bei Kanalarbeiten der Stadtentwässerung gefunden haben, wurde intensiv und lange darüber diskutiert, wie mit ihr umgegangen werden soll: Denkmal erhalten, aber wieder abdecken; das Fundstück ausgraben und an anderer Stelle in der Stadt aufstellen oder komplett freilegen und an Ort und Stelle belassen? Schließlich fiel die Wahl auf die Abdeckung mit der Betonplatte.

Neue Beleuchtung

Neben den Vorbereitungen für die Lastverteilungsplatte haben die Arbeiter in dieser Woche in der Dammstraße einen Mast entfernt. Er war Teil der Haltekonstruktion für die dortige Hängebeleuchtung. Drei Betonmasten mit demselben Zweck stehen noch – werden aber ebenfalls bald weggenommen, so Miethe. Mit Hängeleuchten ist an der Stelle nämlich bald Schluss: Dort werden künftig stattdessen Mastleuchten installiert.

mit Andreas Mayen

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