Hildesheim - Eigentlich sollte Dr. Jobst Graf von Wintzingerode bei der Expertenanhörung am Freitagabend zum weiteren Umgang mit der historischen Brücke unter der Dammstraße mit auf dem Podium sitzen – so ging es aus der Ankündigung der Stadt hervor.
Doch der Mann aus dem Referat 34 im niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK), das in Sachen Dammstraßen-Brücke als obere Denkmalbehörde das Vorgehen in Hildesheim beobachtet, hat abgesagt. Aber warum?
Weil das MWK für sich zum jetzigen Zeitpunkt innerhalb einer öffentlichen und politischen Diskussion noch keine Rolle sehe – so hatte es Rathaussprecher Helge Miethe am Mittwoch erklärt. Das Ministerium ließ eine HAZ-Anfrage dazu zunächst unbeantwortet. Am Donnerstagmorgen traf dann doch eine Stellungnahme aus Hannover ein.
Ministerium will Eindruck von „Vorfestlegung“ vermeiden
Darin betont MWK-Sprecherin Inka Burow, dass bei dem Symposium Experten über die Themen Archäologie und bautechnische Umsetzungen diskutieren sollen. „Da die Rolle des MWK bei dem historischen Brückenfund die fachaufsichtliche ist, könnte jede Äußerung als Vorfestlegung verstanden werden“, erklärt die Ministeriumssprecherin. Diese verweist zudem auf Dr. Markus C. Blaich: Der Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege nehme „als Experte für das Land“ teil.
Sowohl für das Symposium am Freitag zur Archäologie (17 Uhr) als auch für das am Sonnabend, 6. Mai (15 Uhr), gibt es noch freie Plätze im Ratssaal. Wer die Veranstaltungen vor Ort verfolgen will, muss sich unter der Adresse https://www.stadt-hildesheim.de/dammstrasse anmelden. Die Anhörungen finden auf Wunsch des Stadtrates statt; die Politiker erhoffen sich Erkenntnisse darüber, wie es mit der Brücke weitergehen soll. Der Rat entscheidet das Ende Juni.
