Hildesheim - Eigentlich sollten die Arbeiten an der historischen Brücke in der Dammstraße mit Beginn dieser Woche weitergehen. Doch nun dauert die Winterpause länger als geplant. Zum einen, weil der Boden so stark gefroren ist, dass keine Baggerarbeiten möglich sind. Zum anderen steht in den Baugruben noch Wasser – und die beiden Pumpen, die dieses eigentlich absaugen sollten, sind über den Jahreswechsel von Unbekannten gestohlen worden. Wie lange die Zwangspause dauert, lasse sich noch nicht absehen, sagte Stefan Keck vom Ingenieurbüro BN Umwelt Gmbh am Montag der HAZ: „In dieser Woche passiert aber eher nichts mehr.“
Keck koordiniert die Arbeiten in der Dammstraße, diese ruhen seit dem 20. Dezember: Sowohl die beteiligten Bauunternehmen als auch die Archäologie-Firma, die diese begleitet, machten über die Festtage Betriebsferien. Am Montag sollte der Einsatz weitergehen: Es gilt, den nächsten Abschnitt des Grabens nördlich der Brücke auszuheben, in dem das Fundament für die Betonplatte entstehen soll, die das historische Bauwerk versiegelt. Kurz vor Weihnachten war der dritte von insgesamt sechs Abschnitten abgeschlossen geworden, jetzt soll der vierte folgen.
Doch daraus wird vorläufig nichts: Der Boden sei aufgrund des Frostes zu hart gewesen, berichtet Michael Ködding, der zuständige Abteilungsleiter der Stadtentwässerung (SEHI). Das Unternehmen fungiert offiziell als Bauherr, weil die historische Brücke bei dessen Kanalbauarbeiten in dem Bereich entdeckt worden ist. Doch selbst, wenn der Boden es zugelassen hätte, wäre aus der Fortsetzung der Arbeiten nichts geworden. Denn zuvor müsse erst das Wasser aus den ersten drei Abschnitten des Fundamentgrabens verschwinden, erklärt Keck. Doch die Pumpe, die dafür sorgen sollte, ist gestohlen worden – wie auch jene, die im Grabungsschacht der freigelegten Südseite der Brücke angebracht war.
Hatten CDU, Unabhängige und FDP mit ihrer Forderung nach einer Einhausung doch Recht?
Stadt, Baufirmen und Archäologen hatten sich kurz vor Weihnachten darauf verständigt, die Geräte abzuschalten: Die Experten befürchteten, dass die Baugruben andernfalls wegen des Drucks durch das Hochwasser in der Innerste hätten einbrechen können. Inzwischen ist der Wasserstand in dem Fluss stark zurückgegangen, in beiden Gruben stand am Montagmorgen gleichwohl noch Wasser. Doch als die Pumpen wieder in Gang gesetzt werden sollten, stellte sich heraus, dass sie fehlen. Die geschädigte Baufirma hat den Diebstahl am Dienstagmittag bei der Polizei angezeigt, die bittet unter der Nummer 939115 um Zeugenhinweise. SEHI-Vertreter Ködding schätzt den Wert der Geräte auf jeweils mindestens 1500 Euro. Die Baufirma werde Ersatz beschaffen, erklärte Keck, dann gehe es weiter – aber erst müsse der Boden weich genug zum Arbeiten sein.
Hätte sich diese Unterbrechung vermeiden lassen, wenn die Baustelle wie von CDU, Unabhängigen und FDP gefordert eingehaust worden wäre? „Nein“, versichert Keck. Denn der Boden wäre angesichts der niedrigen Temperaturen auch dann gefroren gewesen, „wir hätten da nicht geheizt“. Und selbst wenn, hätte der Diebstahl der Pumpen dazu geführt, dass es nicht weitergegangen wäre.
