Hildesheim - Bei den Bauarbeiten rund um die historische Brücke in der Dammstraße sind fünf weitere Skelette entdeckt worden. Die Gebeine lagen in dem Bereich, in dem seit einigen Wochen der Fundamentgraben für die Betonplatte entsteht, die das Bauwerk im nächsten Jahr im Boden versiegeln soll. Ab Mittwoch ruht die Baustelle vorläufig: Die beteiligten Firmen machen über Weihnachten und den Jahreswechsel Betriebsurlaub.
Bis Heiligabend werde der dritte Abschnitt des Fundamentgrabens ausgehoben sein, hatte Stefan Keck vor Kurzem verkündet. Und der Mann vom Ingenieurbüro BN Umwelt GmbH, der die Arbeiten an der Brücke koordiniert, hielt Wort. Der Fundamentgraben wird am Ende 30 Meter lang sein. Er ist zwei Meter breit, fünf Meter tief und wächst in Fünf-Meter-Abschnitten. Drei davon – also die Hälfte – sind fertig, insgesamt lagen darin 18 Skelette.
Freigabe steht in den Sternen
Zusammen mit jenen knapp 50 Gebeinen, die in den vergangenen zwei Jahren beim Kanalbau nebenan entdeckt wurden, sind inzwischen etwa 70 Skelette in der Dammstraße geborgen worden. Die Stadt hat Proben von Sargresten an ein Fachlabor geschickt, um feststellen zu lassen, wann die Toten bestattet wurden.
In den vergangenen Tagen ist zudem die schon seit Längerem freigelegte Südseite der 850 Jahre alten Brücke mit einer neuen Kunststofffolie, auf der 170 Sandsäcke liegen, winterfest gemacht worden. Baukoordinator Keck kam damit einer Bitte des neuen Stadtarchäologen Tobias Uhlig nach. Die Weihnachtspause in der Dammstraße beginnt an diesem Mittwoch, 20, Dezember. Mit dem vierten Abschnitt des Grabenfundaments wollen Bauarbeiter und Archäologen am 8. Januar loslegen. Wann die Stadt die Dammstraße wieder für den Verkehr freigegeben kann, lässt sich derweil nicht absehen: Oberbürgermeister Ingo Meyer hatte jüngst im HAZ-Interview erklärt, die Verwaltung könne keinen Termin nennen.
