Kreis Hildesheim - Noch vor einigen Wochen sorgte ein neuer Trend für Besorgnis bei Eltern, Schulen und Kitas: Die Zahl der Kinder im Krippen-, Kindergarten- und Grundschulalter unter den Corona-Infizierten im Landkreis Hildesheim war deutlich angestiegen. In Zahlen: Ende März waren im Schnitt pro Tag 60 Kinder bis neun Jahren im Landkreis akut infektiös, ihr Anteil an der Gesamtzahl aller infizierten Einwohnerinnen und Einwohner stieg auf 15,2 Prozent.
Ganz anders in der zweiten Maiwoche: Da waren in der gleichen Altersgruppe nur noch 32 Kinder pro Tag infiziert, sie machten nur noch gut zehn Prozent aller Betroffenen aus. Zwar sank im gleichen Zeitraum auch die Gesamtzahl der durchschnittlich Infizierten im Kreis (von 405 auf 310), doch der Rückgang bei den Kleinsten ging deutlich schneller vonstatten.
Notbremse mit Einfluss?
Weitere Daten des Gesundheitsamtes untermauern diese These. So sank die durchschnittliche Zahl der betroffenen Kinder zuletzt binnen zwei Wochen (von Ende April bis Mitte Mai) von 26 auf elf, bei den Fünf- bis Neunjährigen halbierte sich dieser Wert binnen zwei Wochen von 42 auf 21.
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Einiges spricht dafür, dass die Bundes-Notbremse bei dieser Entwicklung eine Rolle spielte. Deren besonders scharfe Einschränkungen galten im Landkreis Hildesheim nur in der ersten Maiwoche, in dieser Phase waren die Kindertagesstätten in Stadt und Landkreis bis auf eine Notbetreuung geschlossen.
Impfungen als Faktor
Tatsächlich meldete das Gesundheitsamt auch nach der erneuten Öffnung der Kitas in der zweiten Maiwoche bisher nur einen weiteren Corona-Fall in einer solchen Einrichtung. Dabei ging es um ein Kind aus Sarstedt – weitere Jungen und Mädchen steckten sich nach bisherigen Erkenntnissen im Zuge dessen nicht an. Und auch in Grundschulen gab es im Mai bisher nur drei Fälle unter Kindern, jeweils ohne dass sich Klassenkameraden angesteckt hätten.
Ein weiterer möglicher Grund für diese Entwicklung: Die Erstimpfungen bei vielen Erzieherinnen und Lehrkräften liegen inzwischen so weit zurück, dass sie selbst in erheblichem Maße davor geschützt sind, sich selbst anzustecken und das Virus weiterzugeben. Inzwischen gab es auch erste Zweitimpfungen. Tatsächlich sind auch die Infektionszahlen bei diesen Berufsgruppen merklich zurückgegangen. Und schließlich profitieren Kinder allgemein von einem Rückgang der Infektionszahlen – wie alle anderen Altersgruppen auch.
