Erstes Highlight

Die Jazztime Hildesheim ist zurück: Fulminanter Auftakt mit drei Schwestern aus Stockholm

Hildesheim - Es fühlte sich an, als wäre die Jazztime nie weg gewesen. Drei Schwestern bescheren dem Festival einen fulminanten Auftakt – bei dem Greta Bondesson gleich vier Dinge auf einmal erledigt. Das Publikum? Enthusiastisch!

Vollgas von der ersten Minuten an: Baskery beim Eröffnungskonzert der Hildesheimer Jazztime. Foto: Ralf Neite

Hildesheim - Die Jazztime 2024 ist eröffnet. Und was für ein Auftakt: Pünktlich um 14 Uhr kommt Baskery aus Schweden auf die Bühne und spielt sich in Rekordzeit in die Herzen des Publikums. Das hat offenbar den Braten gerochen, denn trotz der frühen Mittagsstunde ist der Platz vor dem Hildesheimer Theater bestens gefüllt. Auch auf der Wiese daneben ist schon richtig viel los – es fühlt sich an, als wäre die Jazztime nie weggewesen. Als hätte man von Pfingsten 2023 bis jetzt einfach weitergemacht.

Waldemar Lorenz vom Cyclus kündigt Baskery als „die drei süßen Zuckerschnuten“ an, aber das, was die drei Schwedinnen da abliefern, ist alles andere als süß und zuckrig. Mit einem schnellen, harten Blues, angetrieben von einem verzerrten Banjo, legen die drei Schwestern Greta, Stella und Sunniva Bondesson los und sind von da an nicht mehr zu Stoppen.

Vom Country zum Rock

Als Baskery Anfang der zehner Jahre auf der Bildfläche erschienen, zogen sie wie ein Gewitter durch die Country- und Americana-Szene. Danach wurde der Sound leichter, wandte sich dem Westcoast-Pop im Stil von Fleetwood Mac zu. Aktuell ist das Trio nun rockiger denn je zuvor.

Im Zentrum die älteste der drei Schwestern, Greta Bondesson, die vier Dinge auf einmal erledigt: Sie singt, spielt mit den Hände Banjo (eins davon trägt den Namen Juan, das andere heißt Carlos) und mit den Füßen Schlagzeug. Nummer vier ist das Kaugummi, das sie wie in den Anfangsjahren beim Konzert mit Leidenschaft bearbeitet.

Greta könnte schon alleine den Platz bespielen, aber da sind ja noch Stella am Kontrabass und Sulliva, die jüngste Schwester, an akustischer und elektrischer Gitarre. Ihr Markenzeichen ist der knackige dreistimmige Gesang – der besonders bei einem schwedischen Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert a-cappella und mit Kathedralenhall den Platz einhüllt.

Dazu zwei Nummern von Neil Young und ein kurzer Sidekick zu Abbas „Super Trouper“ – das Publikum ist schon nach dieser ersten Jazztime-Stunde aus dem Häuschen. „Viel besser geht es nicht. Das war schon das Highlight, oder?“, meint ein Besucher danach.



So geht es weiter

Ach was, es ist doch gerade erst losgegangen. Jürgen Attig & Voyage mit Sinti Jazz haben den Stab übernommen, gleich, um 17 Uhr, kommt der Hildesheimer Lokalmatador Till Seidel mit den Bluesanovas auf die Bühne. Das erste Galakonzert mit Rebecca Bakken ist ausverkauft, am Sonntag geht es dann um 12 Uhr mit dem Hot Jazz Orchestra Hannover und Dixieland weiter. Ein toller Start für das Festival – und das Wetter darf gerne genau so bleiben, wie es ist.


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