Hildesheim - Lange hat er gehofft, dass sich die Lage deutlich verbessert und die Bernwardstraße attraktiver wird für Gewerbetreibende sowie Kundinnen und Kunden. Doch inzwischen fehlt Sebastian Machens die Fantasie, wie das noch klappen könnte – deswegen zieht der Inhaber des Friseurgeschäfts Huth jetzt die Reißleine und kündigt das Aus des Salons in der Bernwardstraße an. Machens zieht sich komplett aus der Innenstadt zurück – und will einen Neuanfang im Ostend wagen. Voraussichtlich im März oder April schließt er das bisherige Friseurgeschäft, um im Anschluss im Neubaugebiet westlich der Senator-Braun-Allee in der Immobilie des Beamten-Wohnungs-Vereins (BWV) neu zu eröffnen.
Dem Saloninhaber fehlt der Glaube an eine attraktivere Bernwardstraße
Mit seinem bisherigen Vermieter in der Bernwardstraße und den Räumen sei er durchaus zufrieden gewesen, sagt Machens. Und er habe sehr wohl „die Bemühungen der Stadt und der Wirtschaftsförderung gesehen“, die Bernwardstraße zwischen Hauptbahnhof und Kaiserstraße attraktiver zu machen. Allein, aus seiner Sicht reiche es nicht, um langfristig erfolgreich sein zu können. „Ich habe nicht die Vision, dass es sich auf Dauer deutlich bessert.“
Die Eröffnung des Modeparks Röther sei zwar ein Pluspunkt gewesen, ein nachhaltiger positiver Effekt mit Neuansiedlungen von Läden mit qualitativ hochwertigerem Angebot sei aber nicht wie erhofft eingetreten. Für seinen Salon sei auch der Anteil der Laufkundschaft nicht nennenswert angestiegen – der liege bei unter fünf Prozent. Der Inhaber geht davon aus, dass so manche potenzielle Kundin sogar wegen des Standorts nicht kommt. Machens’ nüchternes Fazit: „Die Lage kostet Kunden.“
Schlussstrich und Neustart: Friseur will im Ostend im Frühjahr eröffnen
Deshalb zieht er nun einen Schlussstrich. Mit rund 200 Quadratmetern wird die Fläche im Ostend auch größer sein als der Salon in der Bernwardstraße, in dem er nach der kürzlichen Schließung der Filiale im Real-Markt im kommenden Frühjahr neu durchstarten will. Das komplette Team mit rund 25 Mitarbeitenden komme mit und freue sich auf Ostend. Und Machens ist sicher: „Wir werden dort nicht nur viele neue Kundinnen und Kunden haben, ich rechne damit, dass der größte Teil unserer bisherigen Kundschaft uns ins Ostend folgt.“
