Fliegen lernen

Die Pilotenschule: neue Flugschule geht in Hildesheim an den Start

Hildesheim - Die Hildesheimer Pilotenschule ist neu am Flugplatz und bietet unter anderem einen ganz besonderen Simulator. Fünf Freunde haben sie eröffnet – unter ihnen ist ein bundesweit bekanntes Gesicht.

Das Team der Pilotenschule Hildesheim, von links nach rechts: Philipp Rösler, Ausbilder Olaf Kruth, Marcus Binder, Ausbildungsleiter, Uwe Peters und Tim Siegfried. Foto: Pilotenschule

Hildesheim - Das Unglück ist noch präsent: Wenige Wochen ist der tödliche Gyrocopter-Absturz her, bei dem Fluglehrer Thomas Kiggen und einer seiner Flugschüler ums Leben kamen. Auch Uwe Peters kann das nicht verdrängen. Vor allem, weil auch er ein Flieger ist. Und weil er gemeinsam mit vier Mitstreitern am Hildesheimer Flughafen eine neue Flugschule – die Hildesheimer Pilotenschule, wie das Unternehmen heiß, eröffnet.

„Ja“, sagt der Mitbegründer, „das war ein Schock, mein Gott. Und ich glaube, für jeden von uns gab es einen Moment, da hat er überlegt, nicht mehr zu fliegen. Aber fahre ich Motorrad oder Auto, birgt das auch eine Gefahr. Letztendlich dürfte man dann gar nichts mehr machen, und das kann es ja auch nicht sein.“

15 Flugschüler, das ist viel für den Anfang

Also fliegt Peters, und mit ihm seine Teamkollegen: als Ausbilder Olaf Kruth und Marcus Binder, beide hauptberuflich Piloten großer Airlines, die eigentlich Passagierflugzeuge wie den Airbus steuern. Und als Gesellschafter Tim Siegfried, mit dem Peters schon seit vielen Jahren das Kartcenter im Cheruskerring betreibt, und Philipp Rösler, der nicht nur genauso heißt wie der ehemalige Vizekanzler, Bundeswirtschaftsminister und Bundesvorsitzende der FDP, sondern ebendieser ist. Und sich bei der Eröffnung der Pilotenschule am Samstag entspannt unter die etwa 100 Gäste mischt, die zum Airport Diner gekommen sind, um ein bisschen zu feiern und sich die Flugzeuge zeigen zu lassen.

Das sind zum einen eine Aquila 211 D-EBFL, ein Zweisitzer mit 100 PS und einem Leergewicht von gut 500 Kilo. Sie ist pro Flugstunde für 168 Euro zu haben. Und zum anderen ein Viersitzer mit Dieselmotor. Die beiden Maschinen sollen der Grundstein der Ausstattung der Pilotenschule sein, wie Uwe Peters erzählt: „Damit fangen wir erstmal an, und dann sehen wir weiter. Wir haben bereits jetzt 15 Anmeldungen von Flugschülern, das ist für den Anfang ebenfalls eine sehr gute Auslastung.“ Den Pilotenschein zu machen, das dauert durchschnittlich etwa ein Jahr, sagt er, „wenn man sich sehr beeilen will, vielleicht ein halbes, aber die meisten gehen so etwas ruhig und etwas langfristiger an“.

Mal eine Airbus 320 fliegen? Kein Problem

Zu den Flugzeugen bietet die Pilotenschule noch etwas ganz Besonderes: einen Flugsimulator – und zwar den eines Airbus 320. Das Cockpit wurde originalgetreu nachgebaut, erzählt Peters. Sämtliche Bedieneinheiten sind an den originalen Positionen und zu 95 Prozent funktionstüchtig. Der Instruktor kann alle Flugzeugparameter ändern und das Flugzeug bei verschiedenen Wetterbedingungen an jeden gewünschten Ort bringen – so sind etwa Starts und Landungen auf Flughäfen wie Frankfurt, New York oder in der Karibik problemlos möglich.

Philipp Rösler, der prominente Teilhaber des Projekts, wird nach der Eröffnung wieder in seine Wahlheimat Zürich zurückkehren – allerdings nicht mit dem Flugzeug, wie er erzählt. „Das wäre zwar praktisch, denn selbst mit einer kleinen Maschine bräuchte man nur etwa zwei Stunden für die Strecke. Aber ich bin diesmal mit dem Auto gekommen.“

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