Kreis Hildesheim - Acht Freiflächen-Photovoltaikparks gibt es bislang im Landkreis Hildesheim. Was ihnen allen gemein ist: Sie alle liegen innerhalb von Bereichen, für die die jeweiligen Städte und Gemeinden zuvor Bebauungspläne aufgestellt hatten. Also vor allem in Gewerbegebieten und dort zum Teil auf Brachflächen, auf denen früher Industrieanlagen standen, oder auf alten Deponien.
Immerhin rund 3 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugt der Photovoltaikpark Hermann II bei Bockenem, der auf einem alten Industriegelände errichtet wurde und aktuell die größte Anlage dieser Art im Landkreis Hildesheim ist.
Sonderfall in Duingen
Im vergangenen Jahr ging der aktuell zweitgrößte Solarpark im Landkreis ans Netz – und zwar im Gewerbegebiet Emmerke südlich des Ortes, im sogenannten Gleisdreieck, wo sich die Bahnlinien von Hildesheim in Richtung Elze und die ICE-Strecke nach Süden trennen. 2,2 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr soll dieser Photovoltaikpark liefern.
Auf eine ähnliche Größe bringt es ein Photovoltaikpark, der bereits vor neun Jahren auf einer Brachfläche im alten Industriegebiet von Duingen entstand. Neun Investoren setzten dort das Millionenprojekt um. Das Besondere: Die Betreiber speisen nicht zu einem auf 20 Jahre festgelegten Vergütung ins Stromnetz ein, wie es bei den meisten anderen Anlagen dieser Art der Fall ist. Vielmehr verkaufen sie den produzierten Strom vor allem direkt an die nahe Gebäckfabrik der Firma Kuchenmeister, den größten Arbeitgeber in Duingen, und weitere Firmen in dem Gebiet.
Am Kanal und am Berg
Nur wenig kleiner ist der schon einige Jahre ältere Solarpark am Hildesheimer Stichkanal bei Algermissen, der das Gelände des Landhandels Weiterer teilweise einrahmt. Den Park hatte das Unternehmen zusammen mit einem örtlichen Landwirt vor zehn Jahren installiert und zwischenzeitlich noch einmal erweitert.
Um die 1,9 Millionen Kilowattstunden dürfte die Kapazität des Photovoltaikparks am Sandberg bei Freden betragen. Wie viel es genau ist, ist nicht immer leicht zu sagen. Grundsätzlich gilt die Faustformel, dass eine Photovoltaik-Anlage pro KilowattPeak (kWp) installierter Leistung etwa 1000 Kilowattstunden im Jahr schafft. Dabei spielen aber auch Standort, Ausrichtung, Alter und Modell der Module eine Rolle.
Auf alten Deponien
Deutlich kleiner, aber vielen Landkreis-Bewohnern aufgrund seines Standorts bekannt ist der Solarpark gegenüber der heutigen ZAH-Zentraldeponie Heinde, an der Straße von der Autobahn 7 nach Heinde. Dort wurden die Module in einem bereits verfüllten Teil der Deponie errichtet und schaffen pro Jahr ungefähr eine Million Kilowattstunden Strom.
Etwa halb so groß ist ein weiterer Photovoltaik-Park, der ebenfalls auf einem früheren Deponiegelände errichtet wurde. Die Anlage bei Lechstedt bringt es auf etwa 500.000 Kilowattstunden im Jahr.
Ein Solarpark in der Nähe von Wesseln und hat eine Produktionskapazität von rund 372.000 Kilowattstunden pro Jahr. Der Park wurde einst genehmigt, um die Stromversorgung der Biogasanlage in der Bünte zu gewährleisten. Dafür nutzen die Betreiber rund 60 Prozent des Solarstroms, weitere 150.000 Kilowattstunden werden ins Stromnetz eingespeist.
Neue Anlage bei Detfurth?
Inzwischen planen die Stadtwerke Bad Salzdetfurth planen gemeinsam mit der Bioenergie Bünte GmbH und der Photovoltaikgenossenschaft Bad Salzdetfurth den Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage südlich von Detfurth mit einer Kapazität von weiteren 1,9 Millionen Kilowattstunden.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde die Kapazität des Solarparks bei Wesseln zehnmal so hoch angegeben. Der Grund war ein Fehler in der von der HAZ beim Landkreis angefragten Auflistung der Anlagen im Kreisgebiet.
