Umleitungen

Droht bei Hildesheim die Pendler-Katastrophe? Sorgen um mögliche Doppelsperrung

Kreis Hildesheim - Die Bundesstraße 243 und eine Landesstraße bei Sibbesse sollen parallel saniert und gesperrt werden – so die Pläne. Das würde zu langen Umwegen führen, im schlimmsten Fall wochenlang. Ein Kreistagsabgeordneter fordert, die Überschneidung noch abzuwenden. Aber ginge das überhaupt?

Die Bundesstraße 243 von Ochtersum in Richtung Marienburg ist eine der beiden Strecken, die ab September saniert werden sollen. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Ab September sollen, so der bisherige Planungsstand, gleich zwei Straßen südlich von Hildesheim saniert werden: zum einen die Bundesstraße 243 von Ochtersum in Richtung Egenstedt, außerdem die Landesstraße auf der anderen Seite des Roten Berges bei Sibbesse. Für das Bundesstraßen-Projekt hat die zuständige Landesbehörde schon Details zum Ablauf und zur geplanten Umleitung mitgeteilt. Diese soll über Groß Düngen und die Bundesstraße 6 führen.

Für die Sanierung bei Sibbesse ist der Baubeginn laut erster Auskunft der Behörde ebenfalls für September angepeilt. Die Details wollte sie demnächst mitteilen – doch Pendlerinnen und Pendler im Südkreis machen sich schon Gedanken über den schlimmsten möglichen Umleitungsfall. Den gäbe es, wenn parallel zur etwa dreimonatigen Sperrung auf der B 243 auch die Strecke bei Sibbesse dicht wäre. Von dort wäre Hildesheim dann nur über lange Umwege zu erreichen: entweder rechts herum über Bad Salzdetfurth, Groß Düngen, Heinde und die B 6 oder links herum über Gronau, Betheln und die B 1 (siehe Karte unten).

Betroffene wenden sich an Lüder

Der Kreistagsabgeordnete Justus Lüder (CDU) aus Lamspringe berichtet, dass sich wegen der zu erwartenden Überschneidung schon mehrere Bürgerinnen und Bürger bei ihm gemeldet haben. Der oder die eine Betroffene wohnt in Hildesheim, fährt zur Arbeit nach Bad Salzdetfurth und hatte auf die Ausweichstrecke über den Roten Berg gehofft. Doch wenn dann bei Sibbesse auch kein Durchkommen ist, bleibt nur der Umweg über die B 6. Die Folge in diesem Einzelfall: 36 statt 17 Kilometer Arbeitsweg – aber wie lange?

Lüder fordert, dass die Überschneidung unbedingt noch abgewendet werden müsse: „Es wäre wirklich für viele Pendler eine Katastrophe, wenn es über viele Tage zu einer solchen doppelten Sperrung kommen würde“, schrieb er an die Kreisverwaltung – verbunden mit der Frage: „Ist hier noch Einfluss zu nehmen?“

Ist eine Entzerrung des Zeitplans noch möglich?

Der ist in diesem Fall für den Landkreis sehr begrenzt – denn von den Sanierungen sind nur Bundes- und Landesstraßen betroffen. Die Koordination liegt allein bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Deren Sprecher Martin Klose entgegnete auf Nachfrage der Redaktion, die Behörde werde bei der weiteren Planung die größeren Umwege durch eine Parallel-Sperrung berücksichtigen – so weit wie möglich: „Immer geht das nicht.“ Eine Entzerrung hängt nun zum Beispiel davon ab, wie weit schon Aufträge vergeben sind und die beauftragte Baufirma zeitlich noch flexibel ist. Klose kündigte an, die Landesbehörde wolle sich in einigen Tagen genauer zum Zeitplan der Sanierung bei Sibbesse äußern.

„Ökonomischer und ökologischer Wahnsinn“

Wenn an den Überschneidungen nicht mehr zu rütteln wäre, dann wäre das nach Lüders Meinung ein „ökonomischer und ökologischer Wahnsinn“ – zumal auf den Umleitungsstrecken auch noch Behinderungen und Staus zu erwarten seien. Dann gelte es zu schauen, was noch für die betroffenen Menschen getan werden kann.

Ersehnt wird eine Sanierung wie berichtet bei Sibbesse – denn damit ist dort die Beseitigung einer langen Reihe von rot-weißen Baken verbunden, die seit drei Jahren als Verkehrshindernis empfunden werden. In den kommenden Tagen wird sich voraussichtlich klären, welche Hindernisse in Form von Umleitungen die Sibbesser während der Bauarbeiten hinnehmen müssen.

  • Region
  • Kreis Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.