Supermarkt am Cheruskerring

Edeka äußert sich nach Real-Aus in Hildesheim: So soll es am Standort weitergehen

Hildesheim - Edeka äußert sich zu seinen Plänen für die nächsten Jahre. Bei den bisherigen Real-Untermietern sind zahlreiche weitere Arbeitsplätze in Gefahr – und die Wut groß.

Die Real-Fahnen wehen am Cheruskerring in Hildesheim nur noch wenige Wochen lang. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Wenn der Hildesheimer Real-Markt Ende Juni seine Tore schließt, droht ein jahrelanger Leerstand am Cheruskerring. Das geht aus einer Stellungnahme des Grundstückseigentümers Edeka zu einer HAZ-Nachfrage hervor. Das Unternehmen erklärte, es wolle ab 2025 dort einen „modernen Verbrauchermarkt“ betreiben. Zu der Frage, bis in der Zwischenzeit dort geschehen sollte, äußerte sich eine Unternehmenssprecherin nicht.

Edeka Hannover-Minden hatte das Grundstück samt Marktgebäude wie berichtet Ende 2020 durch eine Tochterfirma von Privatleuten erworben. Allerdings läuft noch bis zum Jahr 2025 ein Erbbaurechts-Vertrag mit einer Gesellschaft des Metro-Konzerns, die wiederum der Supermarkt-Kette Kaufland eine Vormerkung eingeräumt hatte. So lange diese Konstellation herrscht, kann Edeka den Markt nicht einfach nach seinen Vorstellungen umbauen.

Erbbaurecht gilt bis 2025

Edeka hatte diese Phase durch einen neuen, befristeten Mietvertrag mit Real überbrücken wollen. Doch die künftigen Real-Betreiber – die verbliebenen Märkte dieser Marke bekommen zum 1. Juli einen neuen Eigentümer – wollten sich auf ein solches Kurzzeit-Geschäft nicht einlassen. Deshalb öffnet Real am 25. Juni dieses Jahres letztmals, 90 zum Teil langjährige Beschäftigte verlieren ihre Jobs.

Findet Edeka keinen anderen Mieter für die Zwischenzeit oder einigt sich mit Metro und Kaufland über eine Ablösung des Erbbaurechts, passiert am Cheruskerring in den nächsten Jahren wohl erst einmal gar nichts: „Selbstverständlich stehen wir weiter zu unseren vertraglichen Verpflichtungen des bestehenden Erbbaurechtsvertrages, der erst 2025 endet“, betonte Edeka am Freitag. „Unser Ziel war und ist es, nach Beendigung des Vertrages an dem Standort selbst einen modernen Verbrauchermarkt zu betreiben.“

Was wird aus Jobs bei Friseur und Reinigung?

Unterdessen droht neben dem Verlust der 90 Arbeitsplätze bei Real ein weiterer Jobabbau. Denn vom Restaurant bis zur Wäscherei bieten mehrere Firmen als Untermieter des Supermarktes ihre Dienste an – stellt er den Betrieb ein, müssen auch sie das tun. Es sei denn, sie kommen zu separaten Übereinkünften mit Edeka – doch ohne den Real-Markt ist der Standort weit weniger attraktiv.

Allein das Friseur-Unternehmen Huth hat am Cheruskerring 15 Beschäftigte. „Mein Ziel ist es natürlich, alle weiter zu beschäftigen, sie sind teilweise mehrere Jahrzehnte im Unternehmen“, betont Geschäftsführer Sebastian Machens. „Ich prüfe gerade alle Optionen, wie wir wo weitermachen können.“

Ein großes Problem ist für ihn wie für andere Untermieter die Kurzfristigkeit der Entscheidung. Das gilt auch für die Reinigungsfirma Fasson. Chef Andreas Hammer zum Beispiel will seine beiden Beschäftigten auf jeden Fall auch behalten und sucht nun einen neuen Standort.

  • Hildesheim
  • Region
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.