München/Bockenem - Der Münchner Finanzinvestor Aequita, Haupteigner des Bockenemer Automobilzulieferers Meteor, hat zwei weitere deutsche Industrie-Unternehmen gekauft, die bisher zum Stiftungskonzern Bosch gehörten. Aequita übernimmt die Gießerei- und Bremsscheiben-Sparte von Bosch mit drei Standorten und rund 900 Beschäftigten in Hessen. Die Verträge sind unterschrieben, die Zustimmung der Kartellbehörden steht allerdings noch aus.
Abbau von Arbeitsplätzen
Konkret geht es um die Buderus Guss GmbH mit Standorten in Breidenbach und Ludwigshütte (Landkreis Marburg-Biedenkopf) sowie die Robert Bosch Guss GmbH in Lollar (Landkreis Gießen). Bosch erklärt die Aufgabe der Geschäftsbereiche damit, dass diese nicht mehr so richtig ins Portfolio passten, weil es „nicht genug Synergien mit anderen Geschäftsbereichen“ gebe.
Aequita kündigte an, alle drei Standorte zu erhalten, aber nach der Übernahme Stellen abzubauen. Andererseits will Aequita nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks eine „zweistellige Millionensumme“ in die Transformation der Werke investieren. Die Vorgehensweise erinnert an die Übernahme von Meteor. Auch dort baute Aequita Arbeitsplätze ab, investierte aber zugleich massiv in Maschinenpark, Firmengebäude und erneuerbare Energien.
Auf angeschlagene Firmen spezialisiert
Auch im Zuge der aktuellen Übernahme betonte Aequita, man sei „überzeugt, dass der Standort Deutschland weiter wettbewerbsfähig ist“. Tatsächlich hat sich der Finanzinvestor regelrecht darauf spezialisiert, angeschlagene Industriebetriebe durch frisches Kapital und Veränderungen im Management wieder flott zu machen. Das ist auch das Konzept bei Meteor. Im Herbst hatte Aequita die drei verbliebenen Tochtergesellschaften des Traditions-Unternehmens Salzgitter Maschinenbau AG übernommen. Vor zwei Jahren sicherte sich das Unternehmen einen früheren Geschäftsbereich des Zuliefererkonzerns ZF in Niedersachsen.
Die bisherigen Bosch-Töchter sollen Teil der Automotive-Sparte von Aequita werden, zu der auch Meteor zählt und deren zugehörige Gesellschaften es inzwischen auf insgesamt 2,5 Milliarden Euro Jahresumsatz bringen.
