Oldenburg - Nach einer eigentlich starken Leistung hat Fußball-Oberligist VfV Borussia 06 Hildesheim am Sonntag im Auswärtsspiel beim VfL Oldenburg am Ende doch noch zittern müssen. Die gute Nachricht vorweg: Die Borussen gewannen die Partie mit 3:2 – und das verdient. Allerdings vergaßen sie nach ihrer 1:0-Führung lange Zeit, weitere Tore nachzulegen. So wurde es nach hinten heraus auf dem Kunstrasen im Oldenburger Hans-Prull-Stadion noch einmal eine spannende Angelegenheit.
In der Anfangsphase tasteten sich beide Teams ab, echte Chancen gab es hüben wie drüber zunächst nicht. In der 22. Minute dann ein Freistoß für den VfV 06: Offensichtlich hatte es sich noch nicht bis zum VfL Oldenburg herumgesprochen, dass Yannik Schulze Fernschüsse beherrscht. Denn die Gastgeber verzichteten auf eine Mauer.
Schulzes Traumtor
Hätten sie mal lieber nicht machen sollen, auch, wenn die Entfernung knapp 30 Meter betrug. Schulze nahm Anlauf und zirkelte den Ball sauber zur Hildesheimer Führung unter die Latte.
Kurz darauf luchste der VfV 06 den Oldenburgern in ihrer eigenen Spielhälfte den Ball ab. Um den möglichen Umschaltmoment zu unterbinden, wussten sich die Gastgeber nur durch ein Foul an Yusuf Akdas zu helfen, der schreiend zu Boden ging. Es folgten eine Rudelbildung und ein erneuter Freistoß.
Hildesheimer Chancen
Der wurde diesmal kurz ausgeführt, und am Ende der schnellen Stafette kam Marco Drawz aussichtsreich zum Abschluss. Aber Oldenburgs Keeper Thilo Pöpken parierte glänzend (30.). Die besseren Gelegenheiten erspielten sich weiter die Hildesheimer. Beim Lattentreffer von Akdas hatte VfL-Keeper Pöpken dann großes Glück.
Es blieb bis zur Pause beim 1:0. Die Gäste nahmen die knappe Führung mit in die Kabine.
„Erwachsene“ Hildesheimer
Nach dem Wechsel machten die Oldenburger Druck. Sie wollten den Ausgleich – ohne Erfolg. Denn der VfV 06 erstickte etwaige VfL-Ambitionen abgeklärt im Keim. Zwar brannten die Hildesheimer kein spielerisches Feuerwerk ab, aber sie zeigten in dieser Phase einen erwachsenen Auftritt. Sie liefen den Gegner früh an, störten dadurch den Aufbau und lauerten auf Ballgewinne. Was fehlte, war das 2:0. Beinahe hätte Akdas sein Team erlöst. Aber sein Schuss – nach einem Erhan-Yilmaz-Dribbling mit schönem Querpass – ging knapp am Pfosten vorbei.
So eine 1:0-Führung ist nichts, was einen in Sicherheit wiegen kann. Und exakt das bekamen die Borussen acht Minuten vor Schluss zu spüren. Oldenburgs Abdallah Remmou zog aus 20 Metern ab, und der Ball schlug links unten im Hildesheimer Tor ein – 1:1. „Der Gegentreffer fiel mal wieder zu einfach, da waren wir nicht griffig, das ärgert mich“, sagte Marcel Hartmann, der gemeinsam mit Björn Kollecker den VfV 06 trainiert.
Im direkten Gegenzug
Richtig trübe Gedanken machen konnten sich die Gäste über den späten Ausgleich aber nicht, denn schon im direkten Gegenzug brachte Akdas den VfV 06 wieder in Führung (82.). „Zum Glück“, wie Hartmann hinterher meinte. Und vier Minuten später schienen die drei Punkte endgültig im Sack. Nach einem flotten Angriff über die linke Seite passte Mohammad Baghdadi überlegt auf Marco Drawz, der auf 3:1 erhöhte (86.).
Vorentscheidung? Pustekuchen!
Denn es wurde tatsächlich wieder eng. Nach einem Hildesheimer Abwehrfehler stellte Oldenburgs Tade Niehues beim 2:3 überraschend doch noch einmal den Anschluss her (90.). Und beinahe wäre Niehues zum echten Borussen-Schreck geworden: Aber sein Kopfball in der Nachspielzeit strich knapp über die Latte. Hildesheims Torwart Tobias Dahncke wäre wahrscheinlich nicht an den Ball gekommen.
Hildesheim nun auf Rang vier
„Auch der zweite Gegentreffer fiel zu leicht! Nach einem eigenen Abstoß kassieren wir das 3:2“, so Hartmann, der ergänzte. „Aber jetzt bin ich erst einmal erleichtert. Wir haben gewonnen und sind Vierter. Außerdem haben die Tabellennachbarn Vorsfelde und Egestorf verloren. Das ist schon ein perfekter Spieltag.“
