Hildesheim - Nicht erst seit der Energiekrise stellt sich die Frage, wie die Stadt Hildesheim Strom sparen kann. Zum einen, um das Klima zu schonen – zum anderen, um Geld zu sparen. Ein tagtäglicher Stromfresser sind die zahlreichen Lampen, die die Straßen nachts beleuchten. Der Stadtrat hat daher schon vor Jahren beschlossen, diese auf energiesparende und langlebige LED-Leuchten umzurüsten und sogar Geld dafür bereitgestellt – doch die Mitglieder des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität (STUM) waren mit den bisherigen Fortschritten parteiübergreifend unzufrieden. Die Mehrheitsgruppe (SPD/Grüne/Partei) hat den Punkt daher vor der jüngsten STUM-Sitzung noch einmal auf die Tagesordnung gebracht. Kai-Uwe Hauck, Leiter des städtischen Fachbereichs für Tiefbau, Verkehr und Grün, präsentierte den Politikerinnen und Politikern am Mittwochabend einen Vorschlag – und kündigte an, dass die Verwaltung das Thema nun ernsthaft angehen möchte.
15 Prozent aller Lampen bereits umgerüstet
Circa 12 750 Straßenlampen ziehen sich durch das Stadtbild, erklärte Hauck. Fast 2000 davon seien bereits auf LED umgerüstet – „ein nicht unerheblicher Anteil von 15 Prozent“, sagte er. Diese Lampen waren dabei zuerst als Test gedacht. Der positiv ausfiel, fügte er an: „Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Die restlichen Lampen sollen daher nun zügig folgen. Hauck kündigte hierfür ein Gesamtkonzept für die ganze Stadt an, das er in der nächsten STUM-Sitzung nachlegen wolle.
Zentral für die Überlegungen ist die Frage, wie teuer die Umrüstungen sind. Die Kosten sind nicht für jede Lampe gleich, sondern fallen je nach Straßenlampentyp verschieden aus – und in Hildesheim gibt es zahlreiche unterschiedliche Varianten davon. „Man kann schon erstaunt sein, wieviele Lampentypen es im Stadtgebiet so gibt“, sagte Hauck. Die hohen Lampen an Hauptverkehrsstraßen seien zum Beispiel deutlich günstiger als die Oberlichtlaternen im Hohen Weg.
Fördermittel nur bei komplett neuen Lampen
Um ihre Lampen auf den neusten Stand zu bringen, könne die Stadt staatliche Fördermittel nutzen, sagte Hauck – allerdings nur, wenn eine Lampe vollständig erneuert wird. Eine Umrüstung, bei der das Gehäuse bleibt und nur die Lampe im Inneren ersetzt wird, muss die Stadt dagegen komplett alleine bezahlen. Dieser Schritt sei an sich in der Regel günstiger, sagte Hauck. Doch da es sich oft um hunderte, wenn nicht tausende Lampen eines Typs handele, seien die Kosten für die Stadt ohne Fördermittel meist doch höher. Zumal sich bei einigen Lampen ohnehin ein kompletter Ersatz empfehle, sagte er. Die sogenannten Seilhängeleuchten, die zwischen Häusern gespannt sind und über den Straßen schweben, haben sich beispielsweise als undicht erwiesen – bei Regen liefen sie oft voll. „Sie werden darum umgangssprachlich U-Boot genannt“, sagte Hauck. In Fällen wie diesem lohne sich also ein kompletter Ersatz, fand er.
Der Mix aus Ersatz und Umrüstung koste die Stadt insgesamt sieben Millionen Euro, sagte Hauck – allerdings nur, wenn sie alle Lampen bis Ende 2028 auswechsle. Da aber jede umgerüstete Lampe bereits Geld spare, lohne sich ein schnellerer Ausbau. Sollte der bereits Ende 2026 fertig sein, müsse die Stadt daher lediglich sechs Millionen zahlen, sagte er. Insgesamt rechne die Verwaltung mit einer Millionen Euro, die sie mit den LED-Lampen an Energiekosten sparen könne – pro Jahr. „Das zeigt den schnellen Handlungsbedarf“, sagte Hauck.
Zustimmung aus dem STUM
„Das Einsparpotential hatten wir schon lange erkannt“, sagte STUM-Vorsitzende Rita Weber (SPD) im Anschluss – eben deshalb habe der Ausschuss auch schon länger auf eine schnelle Umsetzung gedrängt. Ulrich Räbiger (Grüne) zeigte sich von Haucks Vortrag dennoch zufrieden: „Da kommt jetzt Bewegung rein.“ Er wolle darum auch nicht mehr nach hinten blicken, sondern nach vorne, sagte er – nun müsse das Geld im Haushalt bereitgestellt werden.
