Archäologe Christoph Salzmann verlässt Hildesheim

Er ermittelte die Bedeutung der Dammstraßen-Brücke – nun geht er

Hildesheim - Die Entdeckung der historischen Brücke in der Dammstraße hat ihn ins Blickfeld der Öffentlichkeit bugsiert. Nun verlässt Stadtarchäologe Christoph Salzmann Hildesheim.

Der Stadtarchäologe Christoph Salzmann verlässt Hildesheim. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Er hat ein zurückhaltendes Wesen, seine Arbeit findet in der Regel im Hintergrund statt. Deshalb dürften wohl nur wenige Hildesheimer mit dem Namen Christoph Salzmann etwas anfangen können. Doch dieser wird für immer mit der Entdeckung der historischen Brücke in der Dammstraße verbunden bleiben. Als Stadtarchäologe hat der 38-Jährige jene wissenschaftliche Untersuchungen angestoßen, bei denen das Alter des im 12. Jahrhundert entstandenen Bauwerks ermittelt wurde – eine Entdeckung, die eine neue Dynamik in die Debatte über den Umgang mit der Brücke brachte. Wie es mit dieser nun weitergeht, wird Salzmann nicht mehr vor Ort verfolgen: Er hat seine Stelle als Archäologe bei der Stadtverwaltung gekündigt.

Stadt hat schon Stellenanzeigefür Nachfolge-Suche geschaltet

Das Rathaus hat Salzmanns Weggang auf Anfrage der HAZ bestätigt und bereits eine Stellenanzeige geschaltet, um „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ einen Nachfolger für den Archäologen zu finden. Dieser ist im Urlaub und war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Dem Vernehmen nach ist er künftig im Umfeld seines Wohnortes in Marburg tätig; von dort war der Familienvater seit seinem Dienstantritt 2018 nach Hildesheim gependelt. Zuvor hatte er zwei Jahre für das hessische Landesamt für Denkmalpflege gearbeitet.

Salzmann hat auch Verdienste am Wasserkamp und in Himmelsthür

In Hildesheim wird er Spuren hinterlassen – nicht nur im Zusammenhang mit der Brücke in der Dammstraße. Bei den Ausgrabungen im Wasserkamp stieß Salzmann auf ein 5500 Jahre altes Erdwerk, auf dem Gelände des Bernwardshofs in Himmelsthür wurden über 1000 Jahre alte Baumsärge entdeckt – wobei der Archäologe auch hier die entscheidenden Analysen zur Altersbestimmung anstieß.

Sie bedauere Salzmanns Weggang sehr, sagte Baudezernentin Andrea Döring der HAZ: „Die Zusammenarbeit mit ihm war menschlich sehr gut und fachlich konstruktiv sowie kompetent.“ Diese Eigenschaften habe Salzmann auch im Symposium zur Dammstraße unter Beweis gestellt.

Dass der Archäologe geht, bevor genau klar ist, was dort passiert, kommentiert Döring so: „Natürlich hätte ich mir ein Stellenwechsel eher nach der Regelung mit der Dammstraße gewünscht als zum jetzigen Zeitpunkt.“ Gleichwohl sei eine Vakanz der Archäologen-Stelle für die Stadt kein Problem, sondern eher eine Herausforderung. Dabei spiele nicht nur die Situation in der Dammstraße eine Rolle, sondern auch die auf allen anderen Baustellen, deren Fortschritt von der archäologischen Begleitung abhängig seien. Die Mitarbeiter der Denkmalbehörde hätten sich die Arbeit aufgeteilt, sagte die Dezernentin.

Landesamt-Vertreter lobt Christoph Salzmann

Durch Salzmanns Weggang muss sich die Stadt nun – bis die Stelle wieder besetzt ist – in Sachen Bodendenkmälern in jedem Einzelfall mit dem Landesamt für Denkmalpflege abstimmen. Dort genießt der scheidende Hildesheimer Stadtarchäologe einen guten Ruf: „Er ist ein sehr geschätzter Kollege“, sagte Dr. Markus C. Blaich, Referent für Mittelalterarchäologie und Bauforschung sowie stellvertretender Leiter der Abteilung Archäologie, der HAZ. Blaich und Salzmann haben gerade im Zusammenhang mit der Dammstraße in den vergangenen Monaten eng zusammengearbeitet.

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