Hildesheim - Der Ortsteil Stadtmitte/Neustadt braucht nach dem Rücktritt von Marcus Hollenbach einen neuen Ortsbürgermeister. Der CDU-Ortsverband Stadtmitte hat jetzt Constantin Janzen als Kandidaten für das Amt aufgestellt.
Hollenbach hat dieses aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben, behält aber sein Mandat im Ortsrat. Er war nach der Kommunalwahl im November einstimmig zum Ortsbürgermeister gewählt worden. Der parteilose 50-Jährige hatte auf der Liste der Grünen kandidiert; diese stellen wie die CDU drei Ortsratsmitglieder, holten aber bei der Kommunalwahl mehr Stimmen als die Christdemokraten.
Bettels lobt Janzen: „Kompetenter Kommunalpolitiker“
Sie möchten nun ihren Fraktionschef Janzen als Ortsbürgermeister sehen. Man biete mit ihm einen kompetenten Kommunalpolitiker an, der in der Lage sei, den politischen Vorstellungen des Ortsrates zur Umsetzung zu verhelfen, heißt es in einer Pressemitteilung des CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Dirk Bettels. Der frühere Ortsbürgermeister bildet mit Janzen und Katharina Schramm, die stellvertretende Ortsbürgermeisterin ist, die CDU-Ortsratsfraktion.
Janzen ist 36, er sitzt auch im Kreistag und agiert dort als stellvertretender Vorsitzender des Gremiums. Bis zu dessen Auflösung führte er den Kreisverband der Werte Union, einer konservativen Vereinigung in der CDU.
Bettels bittet in seiner Pressemitteilung die anderen Fraktionen, sich hinter dem CDU-Vorschlag zu versammeln und wünscht sich eine breit getragene Zustimmung. Diese zeichne sich nach ersten Gesprächen ab.
Damit spielt Bettels offenkundig auf einen CDU-Kontakt mit dem Unabhängigen Axel Kreßmann an. Der erklärte gegenüber der HAZ, er könne sich vorstellen, Janzen zu wählen: „Er findet den richtigen Ton, das kann sehr konstruktiv werden.“ Allerdings traue er das Amt auch dem SPD-Vertreter Tobias Eckardt zu, falls der kandidiere.
Kommt der SPD-Vertreter Tobias Eckardt als Kandidat ins Spiel?
Der Sozialdemokrat wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Er erklärte, die Demokratie lebe vom fairen Wettbewerb und von unterschiedlichen Angeboten. „Daher nehmen wir die Bewerbung von Herrn Janzen zu Kenntnis.“ Auch die SPD sei derzeit in Gesprächen mit mehreren Ortsratsfraktionen, um eine gute Lösung für die Nachfolge Hollenbachs zu finden. Dieser Prozess sei noch nicht abgeschlossen, man habe sich auch bislang nicht mit der CDU-Fraktion ausgetauscht. „Die Meinungsbildung ist also noch nicht abgeschlossen und daher ist es noch ein bisschen zu früh, mit einem belastbaren alternativen Personalvorschlag an die Öffentlichkeit zu gehen“, sagte Eckardt der HAZ.
Der SPD-Politiker könnte ins Spiel kommen, wenn die Grünen keinen Nachfolger aus ihren eigenen Reihen ins Rennen schicken. Die Sozialdemokraten haben zwei Sitze im Ortsrat, diesem gehören zudem neben CDU, Grünen und Unabhängigen jeweils ein Vertreter der Linken und der FDP an.
