Hildesheim - Auch nach Tagen hält das Echo an, das die Erschießung von 14 Meerschweinchen im Hildesheimer Wildgatter nach sich zog. Nicht nur die Einrichtung selbst, deren Träger die Stadt Hildesheim ist, auch der Förderverein Wildgatter berichtet von zahlreichen Rückmeldungen der Hildesheimerinnen und Hildesheimer, von Botschaften der Fassungslosigkeit und vielen Hilfsangeboten.
Am vergangenen Freitag und Samstag waren in den frühen Morgenstunden insgesamt 14 tote Meerschweinchen gefunden worden, von denen sich im Nachhinein herausstellte, dass sie kurz zuvor mit einer Luftdruckwaffe erschossen worden waren. Die Hintergründe der Tat werden noch von der Polizei untersucht, die derzeit zudem dabei ist, Zeugenaussagen und weitere Hinweise auszuwerten.
Die Körper der Tiere waren noch warm, als man sie fand
Eine Kamera in der Nähe des Geheges, sagt Ulrich Schartner, städtischer Fachdienstleiter im Wildgatter, sei zum Zeitpunkt der Taten nicht auf das Meerschweinchengehege, sondern auf den nebenstehenden Pavillon ausgerichtet gewesen, weil es unter anderem hier in der Vergangenheit schon Fälle von Vandalismus gegeben habe. Trotz fehlender Aufnahmen könne man die Tatzeiten aber relativ genau auf das Fenster zwischen 5 Uhr und 6.30 Uhr eingrenzen, so Schartner weiter: Die kleinen Körper der Tiere seien noch warm gewesen, als Pfleger sie auf ihrer ersten Runde des Tages entdeckten.
Wer den Tierpark am Ochtersumer Steinberg am Montag besuchte, konnte dort einige Fernsehteams rund ums Gehege der Meerschweinchen und Kaninchen bei der Arbeit erleben. NDR, Sat 1 und RTL filmten hier, sie sprachen unter anderem mit Schartner oder mit Spaziergängern. Selbst das Nachrichtenmagazin Der Spiegel habe sich bei der Stadt Hildesheim gemeldet, so deren Sprecher Helge Miethe. Was in Hildesheim am vergangenen Freitag und Samstag geschehen ist, zieht Kreise weit über die Stadt hinaus.
Unternehmen und Familien erhöhen die Belohnung
Und auch die vom Förderverein Wildgatter ausgelobte Belohnung von 1000 Euro für den entscheidenden Hinweis auf den oder die Täter wurde inzwischen auf mehr als 5000 Euro erhöht. Von regionalen Unternehmen seien teils größere Beträge hinzugekommen, so der Vorsitzende Thomas Hagenhoff, aber auch Familien hätten mit kleineren und größeren Summen dazu beigetragen. Selbst aus überregionaler Quelle kam noch ordentlich Geld hinzu: Die größte deutsche Tierschutzorganisation, Peta, erhöhte die Belohnung ebenfalls noch einmal um 1000 Euro.
Mit solcher Resonanz auf die Taten habe man im Wildgatter nicht gerechnet, sagt Schartner. „Aber die Menschen sind wohl genauso erschüttert wie wir auch von den Taten.“ Als Tierpark mache das Wildgatter ein Angebot vor allem für Familien mit Kindern zur Naherholung, das jederzeit und kostenlos begehbar sei. „Und bei Kindern sind die Meerschweinchen natürlich besonders beliebt.“ Vor diesem Hintergrund wirke die Tat umso unbegreiflicher.
Sollen die Gehege künftig kameraüberwacht erden?
Die Stadt und der Förderverein überlegen indes, welche Konsequenzen aus den Taten zu ziehen sind. „Was die Verbesserung der Sicherheit und die Frage nach einer Kameraüberwachung anbelangt, werden wir gemeinsam mit dem Förderverein prüfen, was gegebenenfalls möglich ist“, so Helge Miethe. Auch die Frage der künftigen Kameraüberwachung dieses und anderer Gehege dürfte dabei eine Rolle spielen.
