Neuartiger Virus

Corona-Verdachtsfälle im Kreis: Erste Patienten sind in Quarantäne

Kreis Hildesheim - Im Landkreis Hildesheim gibt es mehrere Corona-Verdachtsfälle. Darunter befindet sich ein Mensch mit Krankheitssymptomen.

Im Labor waren die Testergebnisse der Hildesheimer bis jetzt negativ. Foto: Marcel Kusch/dpa

Kreis Hildesheim - Der Landkreis Hildesheim hat am Freitag mehrere Corona-Verdachtsfälle gemeldet, darunter einen mit ersten Krankheitszeichen. Sie alle befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne. Die Testergebnisse waren allerdings bislang negativ, wie Kreissprecherin Sabine Levonen auf HAZ-Anfrage am Freitagmittag mitteilte.

Von einem begründeten Verdachtsfall spricht man immer dann, wenn ein Patient Corona-typische Symptome aufweist und bis maximal 14 Tage vor Beginn der Erkrankung persönlichen Kontakt zu einem Corona-Patienten hatte oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Nur einer der Patienten im Landkreis zeigt bislang Symptome, gilt also als begründeter Fall.

Menschen dürfen
das Haus nicht verlassen

Die übrigen sind im Moment noch ohne Krankheitszeichen. Trotzdem dürfen alle auf Anweisung des Gesundheitsamts vorsichtshalber das Haus nicht verlassen. Die Mitarbeiter der Behörde halten regelmäßig Kontakt zu ihnen.

Die Anordnung einer sogenannten häuslichen Quarantäne hat für die Betroffenen weitreichende Folgen. Sie sind laut Infektionsschutzgesetz während der Quarantäne dazu verpflichtet, Untersuchungen an sich vornehmen zu lassen. Außerdem müssen sie den Anordnungen des Gesundheitsamtes nachkommen.

Im äußersten Fall
droht Gefängnis

Kommen die Patienten diesen Anordnungen nicht nach, können sie zwangsweise in einer „geeigneten abgeschlossenen Einrichtung“ untergebracht werden. Im äußersten Fall droht sogar eine Geldstrafe oder eine bis zu zweijährige Gefängnisstrafe, wenn man den amtlichen Vorgaben nicht nachkommt.

Wie viele Verdachtsfälle es gibt und wo diese Menschen wohnen, wollte Levonen auf Anfrage nicht sagen. Sie waren entweder selbst in Risikogebieten oder hatten Kontakt zu Menschen, die erkrankt waren, aber noch keine Symptome zeigten. Die Betroffenen wohnen in unterschiedlichen Haushalten im Kreisgebiet. Patienten sind bereits zwei Tage vor dem Auftreten erster Symptome ansteckend. Einer der Verdachtsfälle aus dem Kreis Hildesheim saß etwa in einem Bus aus Italien, in dem auch ein Fahrgast saß, der an Corona erkrankt war.

Vor dem Arztbesuch auf jeden Fall telefonisch anmelden

Die Patienten werden nun regelmäßig auf Corona getestet. Sollte ein Test positiv sein, will das Gesundheitsamt die Öffentlichkeit unmittelbar informieren. In Niedersachsen gibt es derzeit 18 bestätigte Fälle, darunter erstmals einen Patienten aus Braunschweig.  

Das Gesundheitsamt weist in dem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass Menschen mit einem begründeten Verdacht auf Corona eine Arztpraxis oder eine Notfallambulanz nur dann aufsuchen sollten, wenn sie sich zuvor dort telefonisch angemeldet haben. Außerhalb der Praxiszeiten sollten sich Patienten an den Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung unter der Telefonnummer 116 117 (ohne Ortsvorwahl) wenden.

Noch kein Termin für Eröffnung von Diagnosezentren

In der Vergangenheit waren Patienten, die sich auf Corona testen lassen wollten, in Praxen der Region abgewiesen worden, weil dort keine Schutzausrüstung verfügbar war. Die Hildesheimer Kassenärztliche Vereinigung (KV) plant nun, eine Liste mit Ärzten aufzusetzen, die über Schutzkleidung verfügen und daher Tests vornehmen können. Dann soll jede Hausarztpraxis Patienten an diese ausgerüsteten Praxen verweisen können, wie die Vorsitzende der KV-Bezirksstelle, Petra Lattmann, berichtet.

Mit dieser Übergangslösung will die KV den Zeitraum überbrücken, bis die beiden geplanten Corona-Diagnosezentren im Landkreis an den Start gehen können. Wann es soweit sein wird, ist aber noch ungewiss. „Wir sind am Planen“, sagt Lattmann. Fest stehe bisher nur, dass die Diagnosezentren Montag noch nicht eröffnet werden können. Inzwischen seien die verschiedenen Aufgaben wie Personalrekrutierung, Standortsuche oder Beschaffung von Schutzausrüstung zwischen KV und Gesundheitsamt verteilt worden.

Geoethegymnasium sagt Großveranstaltung ab

Das Goethegymnasium in Hildesheim hat sich vor dem Hintergrund der derzeitigen Unsicherheiten wegen des Coronavirus dazu entschlossen, ihre Großveranstaltung „Musik und Tanz“ vorbeugend auf einen Termin nach den Osterferien zu verlegen. Ursprünglich sollten die Musiker und Tänzer am Donnerstag, 12. März, auf die Bühne der Mehrzweckhalle.

Dieser Termin ist jetzt zunächst auf den 23. April verschoben. „Dies geschieht alles sehr unaufgeregt“, sagt Schulleiter Stefan Eggemann.

Veranstaltungen im
Klinikum fallen aus

Auch das Hildesheimer Helios-Klinikum reagiert auf die Ausbreitung des Virus. Mehrere öffentliche Veranstaltungen wurden abgesagt. Betroffen sind unter anderem die Patientenforen am 10. und 17. März sowie am 21. April. Aber auch der Zukunftstag am 26. März wird am Klinikum nicht stattfinden. Man wolle kein unnötiges Risiko eingehen, teilte ein Helios-Sprecher mit.

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