Patient aus Uetze

Coronavirus: Erster Fall in Region Hannover bestätigt

Hannover - Nun hat das neuartige Coronavirus auch Niedersachsen erreicht. In der Region Hannover ist ein Mann positiv getestet worden.

In der Region Hannover wurde bei einem 68-Jährigen das Coronavirus diagnostiziert. Foto: dpa

Hannover - Auch in Niedersachsen gibt es nun die erste bestätigte Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Ein 68 Jahre alter Mann aus der Region Hannover habe sich angesteckt, wie die Region Hannover und das niedersächsische Gesundheitsministerium am Samstagabend mitteilten. Der Patient aus Uetze hielt sich zuletzt in Norditalien auf. Er wurde isoliert und befindet sich nach Angaben der Behörden in einem guten Zustand.



Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) will am Sonntagvormittag über weitere Details informieren. Das Risiko für die Bevölkerung in Niedersachsen, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, werde vom Landesgesundheitsamt und dem Robert Koch-Institut (RKI) derzeit weiterhin als gering bis mäßig eingestuft, hieß es.

Fall auch in Bremen

Menschen, die an dem neuartigen Coronavirus erkrankt sind, sind zwei Tage vor bis zehn Tage nach dem Symptombeginn für andere Personen ansteckend. Wer in dieser Zeit Kontakt zu dem Betroffenen hatte, gilt als Kontaktpersonen. In jedem Fall müsse dann einzeln bewertet werden, welche Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich seien, hieß es von der Region.

In Bremen war ebenfalls am Samstag der erste Fall bekanntgeworden. Dort ist eine Frau betroffen, die sich noch bis Donnerstag im Iran aufgehalten habe, teilte der Senat der Hansestadt mit. Das Land am Persischen Golf ist im internationalen Vergleich relativ stark betroffen. Die 1962 geborene Patientin werde derzeit im Klinikum Bremen-Mitte behandelt, sie zeige nur leichte Symptome.

Appelle der Ärzte

Der Ursprung des neuartigen Virus liegt in China. Die ermittelten Infektionen verliefen in Deutschland bisher mild. Die meisten Sars-CoV-2-Infizierten haben eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, hieß es vom RKI. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Infizierten, weit mehr als bei der Grippe.

In Niedersachsen appellierten Ärzte an Patienten mit möglichen Symptomen der Krankheit Covid-19, sich bei einem Verdacht auf Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zunächst per Telefon mit ihrem Hausarzt in Verbindung zu setzen. „Bei geringer Krankheitssymptomatik“ sollten Praxen oder Krankenhaus-Ambulanzen nicht sofort persönlich aufgesucht werden, da dies „chronisch kranke Patienten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Praxen“ gefährden könne. Dies erklärte die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) am Samstag nach Beratungen in Hannover.

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