Hildesheim - Als Betreiber Florian Braune im April 2023 erstmals öffentlich über die Pläne sprach, im Knochenhauer-Amtshaus einen Escape Room einzurichten, waren die Rückmeldungen zumindest in den sozialen Medien durchwachsen. Doch wie ist die Resonanz jetzt, Monate nach dem Start im schönsten Fachwerkhaus der Welt, wie das Hildesheimer Wahrzeichen auch genannt wird? „Ich bin positiv überrascht, wie gut das Angebot angenommen wird“, sagt Braune – kündigt aber auch Veränderungen an.
Ende Juli hatte er zunächst die kleinen Escape Rooms und die Spielstationen („Beat your Team“) eröffnet, Mitte Oktober folgte das eigentliche Herzstück, der große Escape Room „Grand Hotel Rose“, der sich über zwei Etagen erstreckt – und laut Braune der größte Escape Room in Deutschland ist.
Änderung in den kleinen Rätselräumen
Die kleinen Räume seien bisher noch nicht so gefragt gewesen wie erhofft, berichtete Braune noch Anfang Oktober. Möglicherweise habe das aber am schönen Wetter gelegen oder daran, dass Interessierte auf die Hauptattraktion warteten, vermutete er. Doch das Bild habe sich auch in den vergangenen Wochen nicht geändert, trotz des vielen Regens und der Kälte, die eher zu Indoor-Aktivitäten verleiteten.
„Die Idee war, dass Touristen spontan mal schnell einen der kleinen Räume besuchen.“ Doch dieses Konzept sei nicht aufgegangen, „wir werden das Angebot daher kurzfristig anpassen“. Im ersten Schritt soll die Buchung der kleinen Räume mit der kürzeren Rätseldauer günstiger und längerfristig für einen geplanten Besuch reserviert werden können, kündigt Braune an. „Das werden wir im Sommer dann auswerten.“ Sollte die Nachfrage trotz der Änderungen nicht steigen, „machen wir auf der Fläche eben etwas anderes“. An Ideen mangelt es Braune nicht. „Ich hätte ohnehin gerne etwas für Kinder und Jugendliche gehabt.“ Oftmals hätten gerade junge Besucherinnen und Besucher keine Geduld, sich bei „Beat your Team“ die Spiele erklären zu lassen. Wenn die Teilnehmer zu jung sind, lehnt Braune daher zum Beispiel auch Geburtstagsfeiern mit sehr jungen Kindern ab. Insgesamt sei die Nachfrage aber sehr gut, vor allem im Dezember hätten viele Firmen ihre Weihnachtsfeiern dort verbracht. „Und so spricht sich das Angebot mittlerweile rum.“ In regelmäßigen Abständen wird Braune daher die Spiele austauschen, damit es nicht langweilig wird.
Zusammenarbeit mit dem Van-der-Valk-Hotel geplant
Gut seien auch die Rückmeldungen, die Braune für den großen Escape Room bekommt. „Damit sind wir sehr zufrieden, auch wenn jetzt im Januar saisonal etwas weniger los ist. Dafür bekommen wir tolle Reaktionen der Teilnehmer, was uns auch sehr wichtig ist.“ Zudem profitiere sein anderer Standort in der Speicherstraße vom neuen Angebot in der Innenstadt. „Da haben wir jetzt mehr Anfragen und mussten dort schon Räume tauschen. Wir freuen uns, weiter zu wachsen.“
Für die Zukunft plant er eine engere Zusammenarbeit mit dem Van-der-Valk-Hotel, dort soll etwa künftig aktiv auf das Angebot hingewiesen werden, auch Kombi-Pakete seien denkbar. „Ich habe so viele Ideen, manches hätte ich auch gerne schon schneller umgesetzt.“ Was Braune schon verrät: Zum Weinfest soll es einen Wein-Escape-Room geben. Zudem möchte er den großen Escape Room überregional bekannter machen, bisher seien die meisten Besucher aus Hildesheim oder der direkten Umgebung. „Aber ich glaube, dass gerade der Raum hier das Potenzial hat, einer der besten in Deutschland zu werden.“ Das Ziel müsse es daher sein, dass auch Auswärtige nur zum Spielen nach Hildesheim reisen und hier übernachten. „Das ist schon mein Anspruch – und auch davon würde die Stadt insgesamt ja profitieren.“
