Eröffnung in Torfhaus

Ferienhäuser, Wienerwald-Restaurant und Harzturm-Eröffnung: Wie Hildesheimer Investoren Torfhaus im Harz beleben

Torfhaus/Hildesheim - Rund 10 Millionen Euro hat der neue Aussichtsturm in Torfhaus gekostet, den Investoren um den Hildesheimer Sebastian Lüder haben bauen lassen. Zur Eröffnung kam am Mittwoch auch Ministerpräsident Stephan Weil – im benachbarten neuen Wienerwald-Restaurant war er nicht der einzige Promi.

Wer sich auf die gläserne Plattform des Harzturms wagt, sollte schwindelfrei sein. Foto: Chris Gossmann

Torfhaus/Hildesheim - Das Bild hätte was gehabt und die Szene seinen Personenschützern vielleicht Schweißperlen auf die Stirn getrieben: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil schießt am Fuße des gerade eröffneten Aussichtsturms in Torfhaus – mit 65 Metern nach Angaben der Investoren der höchste Deutschlands – mit 25 km/h aus einer 110 Meter langen Metallröhre. Allein, es gibt weder Fotos noch Videos von dieser Aktion. Angeblich ganz zum Bedauern des Ministerpräsidenten – er hätte zu gerne die „Jungfernfahrt“ in der Rutsche von der Turmspitze bis zum Boden gemacht, beteuert der SPD-Politiker am Mittwoch vor den rund 150 zur Eröffnung des Turms geladenen Gästen.

Rutsche vorerst noch geschlossen

Ob Weil den Mut aufgebracht und das ganze tatsächlich genossen hätte, bleibt offen: Die Rutsche als eine Zusatzattraktion des neuen Tourismus-Highlights in Torfhaus ist nämlich noch nicht freigegeben. Das schlechte Wetter der vergangenen Tage habe notwendige Schweißarbeiten unmöglich gemacht, erklärt Hannes Maringer, Geschäftsführer der Turm-Betreibergesellschaft. Was ebenfalls zunächst noch nicht in Betrieb ist: der Aufzug. So bleibt den Premierengästen am Mittwoch und ab Donnerstag für wohl noch einige Wochen auch allen zahlenden Besucherinnen und Besuchern nur ein Weg nach oben: der über die 304 Treppenstufen. In luftiger Höhe lässt sich dann der sogenannte Skywalk betreten; eine nach außen ragende Plattform mit gläsernem Boden, für den man besser schwindel- und höhenangstfrei sein sollte. Die Aussicht ist an diesem Tag allerdings getrübt: tief hängende Wolken, heftige Windböen und Nieselregen vermiesen die Premiere etwas.

Der Harzturm hat, wie auch das erste Restaurant der wiederbelebten Marke Wienerwald, das einen Steinwurf vom Turm entfernt ebenfalls am Mittwoch Eröffnung feierte, Hildesheimer Wurzeln: Denn hinter beiden Unternehmen stehen in unterschiedlichen Konstellationen Investoren und Gesellschafter um den Hildesheimer Immobilienunternehmer Sebastian Lüder. Der hatte bereits vor zehn Jahren massiv in Torfhaus investiert und Ferienhäuser bauen lassen. Er sei damals schon bei der Eröffnung des Resorts dabei gewesen, erinnert sich Stephan Weil.



Ministerpräsident dankt Hildesheimer Investoren

Der Ministerpräsident dankt den Investoren für das Engagement im Westharz, schließlich belebten die Unterkünfte und das gastronomische Angebot die Region, mache sie für Touristen und Arbeitnehmer attraktiver. Er hätte nichts dagegen, in einigen Jahren bei einer weiteren Eröffnung neuer Attraktionen erneut ein Grußwort zu sprechen, so Weil. Das Land hat den Bau des Harzturms über die N-Bank gefördert und rund 1,4 Millonen Euro überwiesen – die Gesamtkosten liegen bei rund 10 Millionen Euro.

Neben dem Turm soll ab Donnerstag auch das Wienerwald-Restaurant zum neuen Anziehungspunkt für Touristen werden. Bisher fanden Hungrige dort eine Niederlassung der zum Hildesheimer Unternehmen Gastro & Soul gehörenden Kette Bavaria Alm, nun gibt es also eine weitere Anlaufstelle made in Hildesheim. Die Investoren um Sebastian Lüder hatten sich die Rechte an der der einst strahlenden Marke Wienerwald gesichert; sie wollen nun Torfhaus als Ausgangspunkt für die Expansion einer modernen Variante des klassischen Hähnchen-Restaurants nutzen. Als zweiter Standort ist Dresden geplant, teilt Wienerwald-Geschäftsführer Thies Borch-Madsen mit. Und auch Hildesheim soll in absehbarer Zeit eine Filiale bekommen, bestätigt er. Als Standort ist bisher der von Sebastian Lüder an der Kreuzung Renatastraße/Goschentor geplante Immobilienkomplex Hohnsenhöfe vorgesehen.

Wienerwald – Wiederbelebung einer Kultmarke

Den Segen für die Wienerwald-Wiederbelebung haben die Investoren auch von jemandem, der ganz eng mit dieser Gastro-Geschichte verbunden ist: Bei der Eröffnung in Torfhaus ist die jüngste Tochter des Wienerwald-Gründers Friedrich Jahn, Evelyn Peitzner, zu Gast – und sie zeigt sich begeistert von der Neuauflage der Marke in modernem Gewand. Ebenfalls bei der Feier dabei, allerdings gar nicht um Aufmerksamkeit bemüht: Der aus diversen Fernsehshows bekannte Koch Frank Rosin ist in den Harz gekommen, zusammen mit einem weiteren engen Vertrauten Thies Borch-Madsens, dem Unternehmer Peter Hack. Als „Freund des Hauses“, wie Rosin selbst sagt.

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