Energiewende

Fernwärme für Bockenem: Interesse größer als gedacht – nun wird es konkret

Bockenem - Die Nachfrage liegt, wohl auch bedingt durch die aktuelle Debatte ums Heizen in Deutschland, deutlich über den Erwartungen. wie es weitergeht – und wann die Bagger rollen könnten.

Von Meteor aus soll das Bockenemer Fernwärme-Netz weiter in Richtung Stadtzentrum wachsen. Foto: CHRIS GOSSMANN

Bockenem - Die Pläne für die Erweiterung des Fernwärme-Netzes in Bockenem haben eine wichtige Hürde genommen. Der Anbieter, die Bockenemer Firma BEA Power Plant, hat bis zum Stichtag am Donnerstag deutlich mehr Interessenbekundungen von Bürgerinnen und Bürgern bekommen, als sie sich intern als Mindestanzahl zum Ziel gesetzt hatte.

Auch außerhalb des Plangebiets

„Wir werden nun die Planungen weiter vorantreiben, damit wir den Bürgerinnen und Bürgern möglichst zügig sagen können, mit welchen Kosten sie rechnen müssen, und ihnen abschlussreife Verträge vorlegen können“, kündigte Gesellschafter Andreas Lindenberg am Freitag an. Ziel sei es, noch in diesem Jahr mit dem Ausbau des Leitungsnetzes in der Stadt zu beginnen.

Die BEA Power Plant GmbH, die die gleichen Gesellschafter hat wie das bekanntere Biogas-Unternehmen Bioenergie Ambergau GmbH, hatte den Bereich zwischen dem Meteor-Gelände und dem Buchholzmarkt ins Visier genommen. In diesem Gebiet, so die Kalkulation, müssten mindesten 90 Haushalte ihr Interesse an einem Fernwärme-Anschluss bekunden, damit der Netzausbau wirtschaftlich gut darstellbar wäre. Tatsächlich meldeten sich allein in diesem Bereich laut Lindenberg 97 Haushalte – und noch einmal etwa 50 weitere, die außerhalb des ursprünglich vorgesehenen Gebietes liegen.

„Der Bundespolitik voraus“

„Das Interesse ist wirklich sehr groß, und wir sind ja vielleicht auch ein bisschen der bundespolitischen Entwicklung voraus“, merkt Lindenberg an. Tatsächlich soll Fernwärme im neuen Entwurf des Gebäude-Energiegesetzes (landläufig: Heizungsgesetz) eine zentrale Rolle spielen. Allerdings haben die Kommunen demnach noch fünf Jahre Zeit, eine Wärmeplanung vorzulegen.

Die BEA Power Plant will nun zumindest prüfen, ob sich das Netzgebiet noch einmal anders planen lässt, um mehr Interessenten berücksichtigen zu können. Die Wärme soll durch ein neues Blockheizkraftwerk an der Biogasanlage im Norden der Stadt gewonnen werden – die Baugenehmigung hierfür liegt bereits vor – und soll Wasser erhitzen, das durch Rohre zu den einzelnen Gebäuden gebracht wird, wo es dann durch die Heizkörper strömt.

Fernwärme gibt es schon

Bislang gibt es bereits eine Wärmeversorgung für das Industriegebiet im Norden Bockenems und rund 60 Haushalte. Bisher spektakulärster Teil des Gesamtprojektes ist der kreisweit größte Wärmespeicher. Er steht neben dem Betriebsgelände des Automobil-Zulieferers Meteor und hat in diesem Frühjahr seinen Betrieb aufgenommen.

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