Hildesheim - Vergünstigungen bei anfallenden Gebühren und billiger Treibstoff führen offenbar dazu, dass die Hildesheimer Niederlassung der Braunschweiger Aerowest Flugschule Charter GmbH immer mehr an Bedeutung gewinnt. „Etwa ein Viertel unserer Flugschüler kommen inzwischen von der Hildesheimer Niederlassung“, sagt Aerowest-Geschäftsführer Roman Niedworok. Die Flugschule ist nur eines seiner wirtschaftlichen Standbeine. Er fliegt ansonsten große Frachtflugzeuge.
Eine neue, bundesweit eingeführte An- und Abfluggebühr spielt dem Hildesheimer Flugplatz und mit ihm der Aerowest-Niederlassung dabei offenbar besonders in die Karten. Die seit September fälligen Mehrkosten von 12 Euro pro An- und Abflug scheinen dabei auf den ersten Blick verschmerzbar. Aber beim genaueren Nachrechnen ändert sich das. „Zusammengerechnet mit weiteren Mehrkosten summiert sich das auf rund 1000 Euro“, rechnet Niedworok vor. In Braunschweig würden diese Mehrkosten etwa anfallen, weil es sich dort um einen größeren Verkehrslandeplatz handelt. In Hildesheim aber nicht. Wer eine Privatpilotenlizenz ablegen will, zahlt dafür rund 15 000 Euro.
24 Frauen und Männer in der Ausbildung
Aktuell bildet Aerowest 24 Frauen und Männer aus. Mehr sollen es laut Niedworok auch nicht werden. „Ich bin kein Freund davon, zu viele Flugschüler aufzunehmen, weil irgendwann die Qualität zu leiden beginnt“, sagt der Mann, der auch Ausbildungsleiter der Gesellschaft ist. Mit der derzeitigen Auslastung sei er mehr als zufrieden.
Auch das Thema Lärmbelästigung treibt den Piloten um. Aber die beiden Flugzeuge, die Aerowest in Hildesheim betreibe, seien beide sehr leise, sagt Niedworok. „Ich habe bisher nur eine einzige Beschwerde bekommen.“
Bis zu eine Million Euro an Investitionen
Der Geschäftsführer hatte im März angekündigt, in den kommenden drei Jahren bis zu eine Millionen Euro in die Hildesheimer Niederlassung stecken zu wollen. Allein 120 000 Euro flossen in eine Aquila A210, die Niedworok von der RWL German Flight Academy in Mönchengladbach gekauft hat.
Offenbar wird Hildesheim künftig auch der Stamm-Flugplatz für einen historischen Doppeldecker, den Niedworok vor einigen Jahren zusammen mit zwei Freunden aus den USA nach Deutschland geholt hat. Das knallrote Flugzeug, eine Beechcraft Modell 18, war auch schon im Fernsehen zu sehen. „Ich möchte es gern dauerhaft nach Hildesheim holen“, kündigt der Pilot an. Mit einem großen Fest, so sein Plan, könnte es würdig am Flugplatz begrüßt werden. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht.
