Hildesheim/Landkreis - Ob das Schwimmen in Freibädern in etwa einem Monat erlaubt sein wird, das weiß Jo-Bad-Betreiber Matthias Mehler ebenso wenig wie jeder andere derzeit. Doch er hofft darauf, dass es tatsächlich wie geplant am Sonntag, 16. Mai, pünktlich um 7 Uhr morgens losgehen kann, und dass dann, ganz traditionell, der Oberbürgermeister Ingo Meyer die Schwimmsaison mit einem Kopfsprung ins Becken eröffnen wird.
Dafür ist in der Jo-Wiese bereits seit Wochen ein Team von Helfern am Start, die die komplette Anlage nach der Winterpause wieder hochfahren, die Spielgeräte in Schuss bringen, die Wiesen und Blumenrabatten pflegen und natürlich die Becken reinigen – mit Letzterem sind gerade Dennis Schulz und Olaf Richter beschäftigt. Nicht nur, dass sie die Ablagerungen in den Becken selbst entfernen, die Fliesen, Fugen und Abflüsse reinigen. Selbst vom Überlauf nehmen sie jede einzelne Abdeckplatte herunter, um sie per Hand auf eventuelle Schäden.zu kontrollieren und zu säubern.
Schwimmen im Kreisverkehr – das läuft richtig gut
Im Hintergrund kümmert Mehler sich derweil um die Abläufe im Bad. Die müssen, genau wie im letzten Jahr, den Corona-Bestimmungen genügen, also vor allem die Abstandsregeln sowie alle gängigen Hygienemaßnahmen berücksichtigen. Da kommen Mehler nun seine Erfahrungen aus der letzten Saison zugute, die ebenfalls schon unter Pandemiebedingungen stattfand und wegen Corona erst zwei Wochen später als geplant starten konnte. „Da haben wir den Einbahn-Verkehr im Schwimmerbecken eingeführt“, sagt Mehler – der die Schwimmer also so lenkt, dass sie einander nie entgegenkommen und nun quasi Runden statt Bahnen durchs Becken ziehen. „Das läuft so gut, da hätten wir eigentlich auch schon früher drauf kommen können“, so der Unternehmer.
Immerhin sind es zwischen 200 und 300 Menschen, die die Jo-Wiese täglich besuchen, sagt Mehler. „Und viele kommen dann eben gleich morgens, die schwimmen ihr Pensum die ganze Saison über.“ Er sei froh, dass der bisheriger Verkauf der Saisonkarten mit dem des Vorjahres mithalten könne. 2020 war der Absatz von Dauerkarten gegenüber 2019 um etwa ein Fünftel zurückgegangen, von gut 1000 auf etwa 800. Doch diejenigen, die eine Dauerkarten hatten, nutzten das Bad offensichtlich intensiver als sonst. „Wir haben 2020 sogar noch während des Sommers Saisontickets verkauft – das passiert sonst nie“, so Mehler.
Das Saisonticket ist im Vorverkauf 10 Euro günstiger
Denn wer früh kauft, zahlt weniger. Auch in diesem Jahr. Noch bis Mitte Mai lassen sich die Dauerkarten zum Vorverkaufspreis im Hilde-Shop erwerben. Die Preise sind gestaffelt, für Erwachsene etwa gilt im Vorverkauf ein Ticketpreis von 129 Euro für die gesamte Saison – sie sparen 10 Euro gegenüber dem Preis, der ab dem 15, Mai gilt. „Für dieses Jahr haben wir in keiner Kategorie Preiserhöhungen vorgesehen.“
Ansonsten hofft Mehler auf einen möglichst sonnigen Start und einen guten Sommer – nicht nur für den Badebetrieb. Auch mit dem TfN hat er für das Jo-Bad eine kleine Kooperation geplant, wie er sagt: „Das wird alles andere als eine Großveranstaltung, aber in kleinem Rahmen wird es eine Aufführung für Kinder geben und für Erwachsene Monty Python`s Spamalot.“ Die temperamentvolle Inszenierung basiert auf dem Filmklassiker „Die Ritter der Kokosnuss“.
„Uns läuft ein bisschen die Zeit davon“
Und auch im Landkreis laufen die Vorbereitungen auf den Saisonbetrieb, wenn auch zum Teil mit angezogener Handbremse. „Solange das Betriebsverbot gilt, ist es schwierig, aber wir bereiten uns natürlich auf eine Öffnung vor“, sagt etwa Claudia Oelkers, Betriebsleiterin im Freibad Bad Salzdetfurth -. Ob die dann im Mai oder im Juni komme, sei eine andere Frage.
„Wir unterliegen wie alle anderen auch den Richtlinien und können daher noch nicht abschätzen, wann und wie wir öffnen werden“, so der erste Vorsitzende des Naturbades Banteln -, Friedrich-Georg Block-Gruppe, „im letzten Jahr konnten wir durch ein Hygienekonzept, das wir zusammen mit dem Gesundheitsamt erarbeitet haben, einen eingeschränkten Betrieb durchführen.“ Momentan laufe dem Team bei der Vorbereitung „etwas die Zeit weg“, so Block-Gruppe. Immerhin müssten noch die Becken gereinigt und Hecken und Bäume zurückgeschnitten werden.
Zuversichtlicher im Hinblick auf ihre Öffnung zeigen sich das Freibad Gronau - oder auch das Freibad VfV in der Hildesheimer Südstadt -. „Wir planen eine Eröffnung am ersten Mai“, so Nadine Winnefeld aus der Abteilung für Soziales der Samtgemeinde Leinebergland zum Stand imFreibad Gronau -. „Wir haben das Wasser eingelassen und sind bis auf die letzten üblichen Wartungen startklar“, berichtet auch Dieter Engelke, Abteilungsleiter im Freibad VfV. Theoretisch könne man übermorgen eröffnen, lacht er, doch auch Engelke und seine Kollegen warten auf die neuen Verordnungen, die Mitte April veröffentlicht werden sollen.
Vergangene Saison war in Nettlingen „extrem erfolgreich“
Bei Lockerungen würden dann auch weitere Bäder öffnen wollen. „Wir sind mit vollem Personalstab im Einsatz“, erklärt Schwimmmeisterin Elke Weber aus dem Freibad Bockenem - und auch das Team um Schwimmmeister Andreas Boog aus dem Freibad Söhlde - sei „fleißig in den Vorbereitungen, um wie geplant am 2. Mai“ in die neue Saison zu starten.
Trotz der Corona-Pandemie würde das Freibad Nettlingen - dann in ein weiteres erfolgreiches Jahr starten. Unter den Corona-Bedingungen 2020 hätte man ein „extrem erfolgreiches Jahr“ gehabt, sagt Eckart Langholf, erster Vorsitzender des Freibades Nettlingen, das erarbeitete Konzept sei bei Besuchern gut angekommen. Langholf und sein Team planen die Öffnung für Ende Mai.
Die meisten Schwimmbecken sind schon gefüllt
Auch das Freibad Garmissen - steckt in den Vorbereitungen, allerdings glaubt Heinz Germershausen aus der Gemeinde Schellerten nicht, dass die geplante Öffnung am zweiten Maiwochenende umzusetzen sei. „Wir bereiten uns vor, aber müssen auch abwarten, da wir nicht wissen, wie sich alles entwickelt“, so Germershausen. Im Freibad Nordstemmen - geht man ähnlich vor. „Wir sind soweit, dass wir das Becken befüllen könnten“, erklärt Nadine Wrobel aus der Gemeinde Nordstemmen zum Freibad. In Marienhagen und Bad Alfeld - steht das Wasser hingegen schon in den Becken. „Da unser 7 Berge-Bad ein Allwetterbad ist, sind wir nicht unbedingt saisonanhängig, aber wenn die Verordnungen es zulassen, planen wir in diesem Jahr eine Öffnung“, erklärt Claudia Exner-Höbel von der Stadt Alfeld.
Umbaubedingt kann auch das Freibad Marienhagen bereits mit kühlem Nass auffahren. „Wir haben im letzten Sommer eine neue Folie im Becken verlegt und damit nichts kaputtfriert, ist schon Wasser im Becken“, berichtet Peter Stippler, der erste Vorsitzende des Freibades Marienhagen.
