Bodenburg - Das Thema wurde hinter und vor den Kulissen schon lange diskutiert und geplant: Das Freie Bad Bodenburg, das bislang von der Sportstadt Bad Salzdetfurth GmbH betrieben wurde, ist an den Förderverein übergangen. Der hatte den Betrieb bislang unterstützt, wird nun aber das ganze Geschäft übernehmen. Die Vorsitzende des Fördervereins Freies Bad Bodenburg, Ute Hoppe, hat den Überlassungsvertrag mit der Sportstadt GmbH Bad Salzdetfurth längst unterzeichnet, die Mitgliederversammlung hat sich ebenfalls dazu bekannt. Doch nun bahnen sich Schwierigkeiten an.
Keine Entscheidung
Eine Bedingung für den Betreiberwechsel ist, dass die Stadt eine Bürgschaft übernehmen soll. Die sollte am kommenden Dienstag eigentlich vom Stadtrat beschlossen werden. Der Punkt steht auch weiter auf der Tagesordnung. Aber: Der Verwaltungsausschuss, der nichtöffentlich tagt, hat das Thema in seiner Sitzung am Donnerstag zurück in die Fraktionen verwiesen. „Es gibt noch weiteren Informationsbedarf“, sagt Bürgermeister Björn Gryschka. Auf wessen Initiative hin, will der Bürgermeister mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit auf Nachfrage nicht sagen.
Für eine umfangreiche Sanierung des Bades hat die Stadt bereits einen Zuschuss in Höhe von 450.000 Euro zugesagt. Die Gesamtkosten werden derzeit aber auf rund 1,3 Millionen Euro geschätzt. Neben dem Zuschuss der Stadt und der Einbindung einiger Firmen setzt der Verein auf Spenden. Über 150 potentielle Unterstützer stehen auf der Liste, erste Zusagen seien bereits eingegangen, hieß es bei der historischen Mitgliederversammlung. Der Finanzierungsbedarf liegt voraussichtlich noch bei 280.000 Euro. Für die braucht es eine Bürgschaft der Stadt.
CDU drängt auf Eile
Um genau die sollte es am kommenden Dienstag bei der Stadtratsitzung gehen. Gryschka versichert, dass der Punkt auch auf der Tagesordnung bleibt, damit eine Aussprache möglich ist. Einen Beschluss werde es aber nicht geben. Am Dienstag wird es zu dem Thema sogar zwei Tagesordnungspunkte geben. Zum einen den Antrag der CDU-Fraktion: „Die Bürgschaft ist ein wesentlicher Teil des Finanzierungsplanes. Ohne sie fehlt dem Freien Bad Bodenburg die Planungssicherheit. Durch ein Verschieben in die nächste Sitzungsperiode würde sich die Planungszeit um mindestens drei Monate verlängern“ argumentiert die Fraktion. Die Vorsitzende des Vereins verweise ausdrücklich darauf, dass eine zumindest grundhafte Entscheidung beziehungsweise ein verbindliches Signal der Stadt zur Übernahme einer Bürgschaft noch im April 2024 notwendig sei, um die Sanierung des Bades einzuleiten, erinnert die Verwaltung in ihrer Vorlage, in der sie eine Bürgschaft in Höhe von maximal 175.000 Euro empfiehlt. Die CDU beantragt sogar maximal 300.000 Euro.
Premiere in Breinum
Die Stadtratssitzung beginnt am Dienstag um 18.30 Uhr erstmals im neuen Multifunktionsgebäude in Breinum. Desweiteren wird es dabei auch noch um die Verlustabdeckung der Sportstadt Bad Salzdetfurth GmbH und die außerplanmäßigen Kosten des Hochwassereinsatzes gehen.
