Letzter Schultag am 18. Dezember

Früher in die Weihnachtsferien: Das sind die ersten Reaktionen aus Hildesheim

Hildesheim - Die Weihnachtsferien beginnen früher. Sprecher der Schulleitungen und Eltern begrüßen den Schritt grundsätzlich, doch es gibt auch eine skeptische Stimme.

Noch lernen die meisten Schüler im Präsenzunterricht (das Archivbild zeigt eine 10. Klasse am Scharnhorstgymnasium), nun hat das Land entschieden, dass die Weihnachtsferien früher beginnen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Nach langem Zögern hat die Landesregierung entschieden: Die Weihnachtsferien beginnen in diesem Jahr doch schon früher als ursprünglich vorgesehen. Letzter Schultag vor den Ferien soll demnach Freitag, 18. Dezember, sein. Bislang war der 22. Dezember als letzter Schultag geplant gewesen.

Einer, der die Entscheidung rundum richtig findet, ist René Mounajed. „Ich freue mich sehr darüber“, sagt der Leiter der Hildesheimer Robert-Bosch-Gesamtschule (RBG), der als Geschäftsführer des niedersächsischen Schulleitungsverbands auch einen guten Überblick über die Stimmung in vielen verschiedenen Kollegien hat. Er sagt: „Ich kenne nur Schulleitungen, die vorgezogene Ferien für sinnvoll halten und diese gewünscht haben.“ Mounajed sieht in dem Schritt eine Entscheidung, die Lehrkräften wie auch Schülern helfen könne, in einer aufreibenden Zeit „Kraft zu tanken“, es „sind alle am Anschlag“.

„Es wird Notbetreuungen geben müssen“

Neben dem gesundheitlich wichtigen Aspekt, dass eine mehrtägige weitgehende Selbstisolation vor den Feiertagen wohl Familienbesuche möglich machen könnte, ohne die Infektionsgefahr deutlich zu erhöhen, sei das Zusammensein über Weihnachten ein bedeutender Faktor für das Wohlbefinden aller. Mounajed ist sicher: Im Anschluss könnten Lehrkräfte wie Schüler gestärkt ins neue Jahr starten. Er sieht allerdings auch Probleme auf Grundschulen und Eltern zukommen, die womöglich Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung bekommen, wenn die Schulen nun früher schließen. „Da wird es sicher Notbetreuungen geben müssen.“

Darauf verweist auch Kirstin Seidel, Vorsitzende des Hildesheimer Stadtelternrats. „Es muss gewährleistet sein, dass keine Eltern Schwierigkeiten bekommen, weil eine Betreuung für ihre Kinder fehlt.“ Generell begrüße sie aber die Entscheidung des Landes, den Unterricht letztmalig am 18. Dezember stattfinden zu lassen. „Die Kinder brauchen die frühere Auszeit. Es ist doch sehr belastend, unter diesen Bedingungen zur Schule gehen zu müssen.“

Kommt die Lösung zu spät?

Dem würde die Vorsitzende der Stadtschülerrats, Madita Behre, wohl zustimmen. Doch die Weihnachtsferien früher beginnen zu lassen, ist aus ihrer Sicht keinesfalls die beste Lösung. „Die Schulen hätten grundsätzlich schon längst im Szenario B unterrichten sollen.“ Behre, die selbst im zwölften Jahrgang der RBG ist, hält das Wechselmodell mit geteilten Klassen und Kursen für sinnvoller und mag in den vorgezogenen Ferien keinen echten Vorteil erkennen. „Bis dahin sitzen doch alle weiterhin in vollen Räumen zusammen.“ An ihrer eigenen Schule zumindest tritt das Szenario B ab Montag, 30. November, nun doch noch in Kraft, jedenfalls für die Jahrgänge 8 bis 13: Wegen bestätigter Corona-Fälle und Verdachtsfällen will die Schulleitung den Betrieb im Gebäude entzerren – und auch das Goethegymnasium geht bereits ab Mittwoch diesen Weg.

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