Ottbergen - Knallgelb leuchtet der Raps auf den Feldern im Kreis Hildesheim. Besonders bei Sonnenschein ein fabelhaftes Fotomotiv. Doch einfach so auf einen Acker gehen, um dort ein Foto zu machen? Besser nicht. Gut möglich, dass der Eigentümer des Ackers sich nicht über ungebetenen Besuch freut. Denn, wie Landwirt Martin Ernst aus Ottbergen erklärt: „Da wächst ein Lebensmittel“. Deshalb hat Ernst einen Insta-Point mit Posing-Bank auf einem seiner Felder eingerichtet, auf dem das Fotografieren ausdrücklich erlaubt ist.
Wo liegt das Feld?
Das Rapsfeld von Bauer Ernst liegt auf der linken Seite der Straße Morgenstern in Ottbergen. Schilder weisen auf die besondere Stelle mit der Bank hin.
„Was wächst denn hier Wertvolles?“ steht da. Der Leser erfährt, dass der Ertrag des Feldes 5000 Liter Rapsöl ergeben wird. Das regionale Pflanzenöl wird in vielen Küchen verwendet, aber auch in der Pharmazie, es ist Bestandteil von Körperpflegeprodukten, wird als technisches Öl eingesetzt und die Eiweißbestandteile dienen als Tierfutter.
Austausch gesucht
„Wir danken Euch für den Respekt vor unserer Arbeit, der Natur und den Lebensmitteln, die hier entstehen“, ist auf dem Schild zu lesen. Darunter die Einladung, dem Hof auf Instagram zu folgen. „Ich versuche so mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt Landwirt Ernst. Denn direkt werde er auf seine Arbeit nicht angesprochen. Dabei will er informieren, mit Vorurteilen aufräumen und Transparenz zeigen. „Wir wollen den Austausch“, sagt Ernst.
Die junge Generation versucht er nun erstmals auf dem Insta-Weg zu erreichen. Die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger lädt er auf seinen Hof zum Brunch mit Feldkiek ein. Am Sonntag, 21. Mai, beginnt um 10 Uhr auf dem Hof in der Wöhler Straße 9 in Ottbergen ein Mitbring-Brunch. Für den Kaffee sorgt die Familie Ernst, das Buffet füllen die Gäste. Beim gemeinsamen Frühstück können die Nachbarn ins Gespräch kommen, danach ist eine etwa einstündige Radtour zu den Feldern geplant. „Dabei beantworten wir gerne alle Fragen zur Landwirtschaft. Ernst hofft, dass diese Einladung auch von den Menschen in Ottbergen gut angenommen wird, denn nach der Corona-Pandemie komme das Dorfleben nur langsam wieder in Gang.

