Mehrum - In diesen Tagen wird im Kohlekraftwerk in Mehrum zum letzten Mal Strom erzeugt. Derweil läuft bereits ein Vorfahren für die Genehmigung eines Gaskraftwerks an dem Standort. Und das könnte schon bald abgeschlossen sein. Das Verfahren befinde sich in der „abschließenden Phase“, teilte die stellvertetende Leiterin des zuständigen Gewerbeaufsichtsamts Braunschweig, Antje Kassens, mit: „Die Erteilung des Vorbescheides ist für Mitte April anvisiert.“
Allerdings geht es in diesem Verfahren noch nicht um die Errichtung des Kraftwerks, wie Kassens betont: „Es wird mit dem Vorbescheid lediglich bestätigt, dass der Betrieb eines Gaskraftwerkes aus immissionsschutzrechtlichen Gesichtspunkten an dem Standort möglich wäre.“ Das eigentliche Genehmigungsverfahren schließt sich also noch an. Wann die Unterlagen dafür eingereicht werden, ist laut Behörde noch offen. Kraftwerk-Geschäftsführer Armin Fieber plant jedenfalls, dass das Gaskraftwerk Anfang 2028 in Betrieb gehen soll.
Keine Abnehmen für die Wärme?
Die Pläne für das Gaskraftwerk haben bereits Kritiker auf den Plan gerufen. Sie fordern mehrere kleine Kraftwerke statt eines großen, wie es in Mehrum geplant ist. Außerdem wird bemängelt, dass die massive Abwärme des Kraftwerks nicht genutzt werden soll. Geschäftsführer Armin Fieber hält dennoch an den Plänen fest und begründet dies damit, dass es keine Abnehmer für die Wärme gebe.
Jedoch wird im Genehmigungsverfahren die Nutzung oder Nichtnutzung der Abwärme eine Rolle spielen, wie Kassens erläutert. Dann werde dazu eine Wirtschaftlichkeitsanalyse sowie eine Kosten-Nutzen-Vergleichsrechnung angestellt, so die stellvertretende Leiterin des Gewerbeaufsichtsamts.
