Ummeln - Die im Hotel Messehof im Algermissener Ortsteil Ummeln untergebrachten Geflüchteten sollen schon bald dort ausziehen. Stattdessen sollen dort Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus verschiedenen Ländern untergebracht werden. Aus dem Dorf gibt es deutliche Kritik an dem Vorhaben.
„Die Geflüchteten aus der Ukraine, die in Ummeln untergebracht sind, werden Mitte/Ende April nach Bad Salzdetfurth umziehen, sofern sie nicht zwischenzeitlich eine eigene Wohnung finden“, sagte Kreissprecherin Birgit Wilken am Freitag. Die Betroffenen würden selbstverständlich vorab über den Umzug informiert. Untergebracht werden die Menschen aus der Ukraine in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Relexa-Hotel. Dort gebe es noch ausreichend Kapazitäten. In dem Ummelner Hotel sind aktuell noch rund 140 Ukrainerinnen und Ukrainer untergebracht. Zu Spitzenzeiten waren es bis zu 200.
Gerade erst Betreuung organisisert
Gerade erst hatte der Landkreis eine halbe Stelle für die Betreuung der geflüchteten Menschen organisiert. Eine Mitarbeiterin des Vereins Asyl e.V. kümmert sich um die Menschen. Zuvor hatte die Gemeinde Algermissen monatelang erfolglos eine Betreuung gefordert. Die halbe Stelle sei aber „auf gar keinen Fall ausreichend“, hatte Ummelns Ortsbürgermeister Bernd Ingelmann vor einer Woche erklärt.
Wenn nun Menschen aus verschiedenen Ländern gemeinsam in dem Messehotel untergebracht werden, ist nach Ansicht des Ortsbürgermeisters eine vernünftige Betreuung noch wichtiger. Als 2015 schon einmal geflüchtete Menschen in dem Ummelner Hotel Messehof untergebracht waren, gab es dort zwei volle Betreuungsstellen sowie einen Sicherheitsdienst.
Wird das Personal aufgestockt?
„Die Grundvoraussetzungen sind nicht optimal“, stellt Ingelmann klar. Denn wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenleben, bedeutet das nach Ansicht von Ingelmann ganz andere Herausforderungen, als wenn nur Menschen aus der Ukraine zusammen sind. Zudem dürften die Ukrainer grundsätzlich arbeiten, die Asylbewerber, die künftig in Ummeln leben sollen, jedoch nicht. „Wenn Menschen nichts zu tun haben, werden sie kreativ. Und das ist ein Problem“, sagt Ingelmann. 2015 habe es „Reibepunkte“ gegeben. Mehrmals habe die Polizei wegen Streitigkeiten der Bewohner untereinander anrücken müssen. Und das, obwohl es damals mehr Betreuungskräfte und den Sicherheitsdienst gegeben hat.
Ob das Personal in Ummeln aufgestockt wird, steht laut Wilken derzeit noch nicht fest: „Organisatorische Fragen – zum Beispiel die Notwendigkeit eines Sicherheitsdienstes – befinden sich derzeit in Klärung und Abstimmung.“ Ortsbürgermeister Ingelmann weist aber darauf hin, dass es im Moment schwierig sei, geeignetes Fachpersonal zu finden. Schließlich habe es Monate gedauert, überhaupt die halbe Betreuungsstelle für Ummeln zu bekommen. Es sei unwahrscheinlich, dass bis Ende April nun zusätzliches Personal rekrutiert werden kann. „Ich hege Zweifel daran, dass das so möglich ist.“
Weniger Geflüchtete aus der Ukraine
Grund für den Umzug ist nach Angaben von Wilken, dass weniger geflüchtete Menschen aus der Ukraine nach Niedersachsen kommen. Das Land hat seine Aufnahmequote in diesem Bereich nämlich übererfüllt. „Geflüchtete aus der Ukraine werden nur noch sporadisch dem Landkreis zugewiesen“, sagt Wilken. Dagegen müssten aber zunehmend Geflüchtete aus anderen Herkunftsländern aufgenommen werden. Im Moment seien dies etwa 30 Menschen pro Woche.
