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Tarek Abu Ajamieh
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Gelbe Tonne: erst überzogen – aber dann die Kurve gekriegt

Kreis Hildesheim - Der ZAH ist die Einführung der Gelben Tonne nicht geschickt angegangen. Doch er hat Fehler ausgebügelt – die er beim nächsten wichtigen Projekt gleich vermeiden sollte, meint Tarek Abu Ajamieh.

Der ZAH hat bereits ein Ansichtsexemplar der Gelben Tonne auf seinem Betriebshof in Groß Düngen stehen. Foto: Julia Moras

Kreis Hildesheim - Tonne, Sack, Tonne – der ZAH hat den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises in den vergangenen Monaten eine ziemliche Achterbahnfahrt zugemutet. Und sich dabei zunächst verhoben. Die Einführung der Gelben Tonne anzukündigen und die Bürger zum Reservieren der Behälter einzuladen, ohne sich mit den Systemanbietern abgestimmt zu haben, war ungeschickt und hat viel Verwirrung gestiftet. Prompt drohte eine Blamage, als sich die Firma Zentek und ihre Mitstreiter querstellten, klagten und eiskalt wieder die Abholung per Sack ausschrieben.

Kompromiss errungen

Doch so spektakulär der ZAH im Frühjahr mit seinem Tonnen-Plan zunächst vor die Wand lief, so spektakulär hat er auch die Wende geschafft. Als alle sich schon auf drei weitere Jahre mit dem Gelben Sack eingestellt hatten, ließ Geschäftsführer Jens Krüger nicht locker, kämpfte um einen Kompromiss und brachte tatsächlich einen zustande. Zugleich ist ein jahrelanger, teurer Rechtsstreit abgewendet. Dass die Tonne alle vier statt alle zwei Wochen abgeholt wird, lässt sich verschmerzen.

Im Fußball könnte man sagen: Nach schwacher erster Halbzeit hat sich der ZAH nach dem Seitenwechsel am eigenen Schopf aus dem Schlamassel gezogen. Das war stark. Doch nun beginnt die Verlängerung. Dabei wird es darum gehen, im nächsten Schritt endlich zur ökologisch sinnvolleren und für die Verbraucher einfacheren Wertstofftonne zu gelangen. Mit der Vorbereitung sollte der ZAH schon jetzt beginnen – um nicht in drei Jahren wieder so ein Hin und Her zu verursachen.

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