Müllentsorgung

Gelbe Tonnen im Kreis Hildesheim: Diese Fehler passieren noch, diese Optionen haben Haushalte

Kreis Hildesheim - Die erste Woche mit den Gelben Tonnen ist gelaufen – und hat noch manche Wissenslücke in der Bevölkerung offenbart. Was noch nicht geklappt hat, was Bürgern Sorge bereitet – und was der ZAH empfiehlt.

Abholung Gelber Tonnen in der Hildesheimer Neustadt: Es gibt noch ein paar offene Fragen und Missverständnisse. Foto: Julia Moras

Kreis Hildesheim - Ob in Hildesheim, in Sarstedt oder anderswo im Landkreis – viele Bürgerinnen und Bürger erlebten in der ersten Januarwoche eine unangenehme Überraschung: Ihre an die Straße gestellten Gelben Tonnen waren nicht geleert, ihre vors Haus gelegten Gelben Säcke noch da. Vielerorts kam es zu regen Debatten unter Nachbarn und in den Sozialen Medien: War die Umstellung auf die Gelbe Tonne im Landkreis Hildesheim in die Hose gegangen?

Gelbe Säcke bleiben einfach liegen – für zwei Wochen?

Tatsächlich war das nicht der Fall. Wo es vorgesehen war, wurden Säcke mitgenommen und Behälter geleert. Es war aber nicht überall vorgesehen, wo die Anwohner davon ausgingen. Denn der Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH) entsorgt des Verpackungsmüll seit der Umstellung von Sack auf Tonne nur noch alle vier statt bisher alle zwei Wochen.

Das hatte sich offenbar noch nicht überall herumgesprochen. Und so landeten in vielen Straßen, in denen die vorherige Abholung der Gelben Säcke zwei Wochen her war, wieder Tonnen und Säcke an der Fahrbahn. Auch, weil viele Haushalte sich an ihren Nachbarn orientierten. Doch im Zuge der Umstellung des Abhol-Rhythmus kamen nur in der Hälfte dieser Straßen auch tatsächlich die Müllfahrzeuge, in vielen anderen rollen die Entsorger erst in weiteren zwei Wochen wieder an. Das Problem: Viele ließen ihre Gelben Säcke einfach an den Straßen liegen, obwohl diese erst in 14 Tagen eingesammelt werden sollen.

Kapazität als Knackpunkt

ZAH-Chef Jens Krüger verweist dazu auf Abfuhrkalender und Internetseite des Zweckverbandes – und auf die ZAH-App, deren Nutzerinnen und Nutzer die Abfuhrtermine für ihre Straße individuell abrufen können.

Eine große Sorge vieler Bürgerinnen und Bürger ist unterdessen, ob die Gelben Tonnen denn überhaupt genug Volumen haben. Sie werden alle vier Wochen abgeholt, und die 240-Liter-Behälter sollen in etwa die Kapazität von fünf oder sechs Gelben Säcken haben, wenn man den Inhalt hineinkippt und nicht in solchen Säcken in die Tonne stopft – die halb so großen 120-Liter-Tonnen entsprechend weniger.

Zweite Tonne dazunehmen?

ZAH-Chef Krüger rät, zunächst eine vollständige Vier-Wochen-Periode abzuwarten, um zu bewerten, ob die Kapazität ausreicht. Zumal es über und nach Weihnachten erfahrungsgemäß mehr Verpackungsmüll gibt als im Rest des Jahres.

Stellt sich der bislang ausgesuchte Behälter tatsächlich als zu klein heraus, können die Haushalte entweder einen größeren wählen – was allerdings nur sinnvoll ist, wenn man jetzt die 120-Liter-Version hat. Wem auch die Standardgröße mit ihren 240 Litern nicht reicht, der kann sich eine kleinere oder gleich große zweite Tonne ordern – genauso kostenlos wie die erste, betont Krüger.

Zu viel Restmüll in den großen Containern

Ein weiterer Irrtum in Teilen der Bevölkerung war, wie sich jetzt herausstellt, die Annahme, die Gelben Tonnen würden automatisch geliefert. Tatsächlich muss man sie bestellen. Auch wer bislang noch gar keine Gelbe Tonne hat, kann über die Internetseite des ZAH jetzt noch eine abrufen und bis zu ihrer Lieferung im März weiter gelbe Säcke nutzen, wenn er noch welche zur Verfügung hat.

Ganz andere Probleme hat der ZAH vor allem in Bereichen mit größeren Mehrfamilienhäusern, in denen die Vermieter große 1100-Liter-Container bestellt haben. „Besonders in Hildesheim gab es in der ersten Woche in einigen Bereichen auffällig oft die Situation, dass auch Restmüll über die Gelbe Tonne entsorgt wurde“, berichtet Jens Krüger. Das sei auch schon bei den Gelben Säcken teilweise so gewesen: „Die hat unser Fahrer im Zweifel stehen lassen und den Hausmeister informiert, der die Säcke dann über den Restmüll entsorgt hat.“ Massiv falsch gefüllte Gelbe Tonnen würden nun eben stehen gelassen.

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