Entsorgung von Verpackungsmüll

Start der Gelben Tonne im Kreis Hildesheim: Wo es losgeht und was man beachten muss

Kreis Hildesheim - Am Montag werden erstmals in Stadt und Landkreis Hildesheim Gelbe Tonnen geleert. Doch wie füllt man sie? Was gehört hinein? Und wann kommen später bestellte Behälter an? Die Übersicht mit den wichtigsten Fragen und Antworten.

Auslieferung der ersten Gelben Tonnen in Hildesheim im Herbst: Am Montag werden sie erstmals geleert. Foto: CHRIS GOSSMANN

Kreis Hildesheim - Am Montag, 2. Januar, werden in Stadt und Landkreis Hildesheim erstmals die gelben Tonnen geleert. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH) hat dafür eigens einige Müllfahrzeuge umgerüstet, sodass sie die Behälter überhaupt anheben können. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Start.

Wo beginnt die Leerung der Gelben Tonnen?

Premiere hat die Gelbe Tonne in Hildesheim am Montag, 2. Januar, in Alt-Itzum sowie dem Teil Itzums südlich des Spandauer Weges und im Ortsteil Marienburg. Im Landkreis werden die Behälter am Montag in Harsum, Borsum, Hönnersum, Hüddessum, Klein Förste, Machtsum, Rautenberg geleert – also in allen Ortschaften der Gemeinde Harsum außer in Adlum und Asel.

Und wenn die Gelbe Tonne noch nicht da ist?

Für eine Übergangszeit, voraussichtlich bis Ende März, dürfen die Bürgerinnen und Bürger auch noch vorhandene Gelbe Säcke nutzen und an die Straße stellen. Aufgrund sehr vieler Nachfragen weist der ZAH darauf hin, dass alle Haushalte, die später im Jahr, aber noch vor dem 30. September eine Gelbe Tonne bestellt haben, ihre Behälter bis Ende Januar bekommen. In der Stadt liefert die Firma RMG die Tonnen aus, im Kreis die Firma Remondis. Wer nach dem 30. September geordert hat, soll seine Gelbe Tonne spätestens im März bekommen. Bestellungen sind auch weiterhin möglich, und zwar hier.

Wie füllt man die Gelbe Tonne?

Viele Bürgerinnen und Bürger gingen oder gehen davon aus, dass es die Gelben Säcke weiterhin gibt – dass diese aber künftig gefüllt in die Gelbe Tonne gesteckt werden sollen. Doch das ist nicht so. Gelbe Säcke wird es künftig nicht mehr geben. Der Verzicht auf die Plastikbeutel aus Umweltschutz-Gründen war eine wesentliche Motivation für die Umstellung auf die Tonne. Wer will, kann seinen Verpackungsmüll in Plastiktüten sammeln und dann in die Gelbe Tonne tun.

Was gehört da überhaupt hinein?

Das gleiche wie in die Gelben Säcke. Aluminiumfolien, Getränke- und Konservendosen, Behälter, Becher, Flaschen und Folien aus Kunststoff, weitere Verpackungen aus Plastik oder Metall, Spraydosen, Styropor, Milch- und Getränkekartons, Verschlüsse und Deckel.

Wie viel passt in die Tonnen?

In die Standard-Tonne mit einem Volumen von 240 Litern passt der Inhalt von etwa fünf bis sechs Gelben Säcken. Die großen 1100-Liter-Container haben das Fassungsvermögen von etwa 25 Gelben Säcken.

Wie oft werden die Gelben Tonnen geleert?

Der ZAH leert die Gelben Tonnen in Stadt und Landkreis alle vier Wochen. Die Gelben Säcke wurden in Stadt und Landkreis Hildesheim seit wenigen Jahren alle zwei statt wie zuvor alle vier Wochen abgeholt. Die Gelben Tonnen werden nun wieder alle vier Wochen geleert – das war aufgrund der höheren Kosten eine der Bedingungen für die Zustimmung der Entsorgungswirtschaft zur Umstellung von Sack auf Tonne.

Und wenn der Vermieter keine Gelbe Tonne bestellt hat?

Rein rechtlich müssen die Mieterinnen und Mieter ihren Verpackungsmüll dann zum Wertstoffhof bringen. In der Praxis dürften sie ihn eher über den Hausmüll entsorgen, was streng genommen allerdings eine Ordnungswidrigkeit darstellt.

Kostet die Umstellung die Bürgerinnen und Bürger Geld?

Nein. Die Kosten für die Gelbe Tonne bezahlt man – wie schon beim Gelben Sack – bereits beim Kauf von Waren mit Verpackung. Ein geringer Anteil des Preises fließt an das Duale System. Dabei ist die Größe des Behälters egal, so wie bislang die Anzahl der Gelben Säcke unerheblich ist.

Welche Rolle spielt der ZAH?

Der ZAH entsorgt bislang die Gelben Säcke und leert künftig die Gelben Tonnen – beides allerdings als Subunternehmer. Dabei gibt es eine Veränderung: Bisher war die Firma Remondis in Stadt und Landkreis für die Säcke zuständig und hat den ZAH mit deren Abfuhr beauftragt. Bei der neuen Ausschreibung für die Jahre 2023 bis 2025 bekam Remondis erneut den Zuschlag für das Kreisgebiet. In der Stadt verlor das Unternehmen den Auftrag an die Konkurrenzfirma RMG – die nun aber ebenfalls den ZAH beauftragte. Aus Bürgersicht ändert sich also nichts, der ZAH bleibt Ansprechpartner.

Kostet die Umstellung Arbeitsplätze beim ZAH?

Nein. Der ZAH setzt zwar aufgrund des Wechsels von der zwei- zur vierwöchigen Abholung weniger Fahrzeuge und weniger Personal ein. Das braucht er laut Geschäftsführer Jens Krüger aber an anderer Stelle.

Brauchte der ZAH neue Fahrzeuge?

Nein. Aber er musste einige seiner Müllfahrzeuge umrüsten lassen. Sie bekamen sogenannte Lifter, die die Tonnen anheben und kippen.

Was ist mit der Wertstofftonne?

Eine Wertstofftonne, bei der das Material und nicht die Nutzung (als Verpackung) für die Auswahl des Müllbehälters entscheidend ist, wurde kurz diskutiert und könnte in den nächsten Jahren wieder Thema werden. Da die Entsorgung des Verpackungsmülls immer für drei Jahre ausgeschrieben wird, kann die Wertstofftonne frühestens 2026 kommen.


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