Volleyball

Giesens Volleyball-Legende Hauke Wagner nimmt Abschied: Natürlich mit einem Ass in seinem „Last Serve“

Giesen - Nach 20 Jahren verabschiedet sich Giesens langjährige Nummer fünf vom Volleyball – Weggefährten und Fans nehmen dort Abschied, wo einst alles begann. (mit Video)

Nach 20 Jahren Volleyball ist für Hauke Wagner (rechts) nun Schluss. Foto: Werner Kaiser

Giesen - Inaki Ramos und Miguel Sinfronio schienen sichtlich überrascht, als Hauke Wagners letzter Aufschlag genau auf der Linie des Feldes der Giesener Erstligavolleyballer landete. Dabei hatte Wagner in seiner Karriere doch zahlreiche Asse geschlagen. Man könnte dem Argentinier und dem Portugiesen nun zugutehalten, sie hätten Wagner nicht lange gekannt. Der eine oder andere hätte ihnen womöglich unterstellt, sie hätten dem langjährigen Grizzlys-Kapitän in seinem Abschiedsspiel ein Ass zum Abschied schenken wollen. Doch Cheftrainer Itamar Stein schob dem vehement einen Riegel vor. „Der geht doch sowieso rein“, sagte Stein und schmunzelte.

Es passte aber ins Bild, dass sich selbst beim argentinischen Neuzugang Ramos und beim Portugiesen Sinfronio herumgesprochen hatte, welche Bedeutung Hauke Wagner für den Giesener Volleyball hatte. Ramos ist gemeinsam mit dem Polen Mateusz Borkowski auf der Diagonal-Position Nachfolger Wagners. Und so war wenige Augenblicke später vollkommen egal, was da spielerisch passiert war. Es drehte sich schließlich um Hauke Wagner. Die langjährige Nummer fünf der Helios Grizzlys Giesen. Rund 400 Zuschauer verabschiedeten ihren „Capitano“, wie Hallensprecher Mike Münkel rief, mit minutenlangen Standing Ovations.

Immer wieder die Zahl fünf

Ohnehin drehte sich am Sonntagnachmittag vieles um die Zahl fünf – Wagners Rückennummer. Beim „Team Hauke“, das sich mit der Giesener Erstligatruppe duellierte, hatten alle Spieler die Rückennummer fünf. Und so passte es natürlich ins Bild, dass ausgerechnet um fünf nach fünf Hauke Wagners letzter Volleyballsatz in dier Giesener Schachtarena begann, dort wo vor 20 Jahren auch alles angefangen hatte. Um exakt 17.28 Uhr marschierte Wagner dann ein letztes Mal an die Aufschlagslinie. Er bekam zuvor von Schiedsrichter Stephan Krakor einen „Extra-Ball“. Last Serve inklusive Datum stand auf diesem Ball, den Wagner dann höchstpersönlich als letztes Ass seiner Karriere servieren durfte.

Die Fünf blieb weiterhin Thema. Grizzlys-Geschäftsführer Sascha Kucera erneuerte seine Aussage, die er bereits bei Wagners letztem Heimspiel im Playoff-Halbfinale gegen Berlin getätigt hatte, dass die Grizzlys die Rückennummer fünf nicht mehr vergeben werden. „Außerdem wird Hauke unser erstes Hall-of-Fame-Mitglied“, sagte Kucera. Er überreichte Wagner ein Banner – in kleinerer Form. Ein identisches, größeres Banner soll in Zukunft bei den Heimspielen der Grizzlys immer in der Halle hängen. Mittags durfte sich Wagner auch schon ins Goldene Buch der Gemeinde Giesen eintragen.

Kucera und Stein heben Wagners Einstellung hervor

Oben drauf gab es als Abschiedsgeschenk noch eine lebenslange VIP-Dauerkarte. Kucera musste mächtig schlucken, rang mit den Tränen.

Sowohl Kucera,als auch Grizzlys-Cheftrainer Itamar Stein unterstrichen Wagners Einstellung. „Hauke ist ein absoluter Vollprofi, ich kann mich an kaum eine Trainingseinheit ohne ihn erinnern“, sagte Kucera. Stein ergänzte: „Bei Hauke gab es nie 80 Prozent. Er hat immer 100 Prozent gegeben. Er war ein Vorbild in Sachen Einstellung und Mentalität.“ Dementsprechend sei der Abschied auch verdient und ein großer Respekt, den die Grizzlys ihrem langjährigen Kapitän bereiteten.



Wagner hat einen Wunsch für die Grizzlys

Das Sportliche stand hinten an. Von vornherein war klar, es werden drei Sätze gespielt, egal wie es ausgeht. An Wagners Seite liefen frühere Mitspieler wie Milan Hrinak, Marcel Fode und Marius Appel auf. Auch die noch aktuellen Grizzlys Jakob Günthör und Jan Röling mischten mit „Team Hauke“ mit. Wagner dankte allen, die gekommen waren, denn „das sei nicht selbstverständlich“. Auch Partnerin Lara erhielt in seinen Abschiedsworten ein großes Dankeschön, ebenso wie seine Eltern, „die ihn zu 1000 Trainings gefahren hätten, auch dem ersten in Giesen“. Und Wagner dankte dem Verein, mit dem er Spiele in der 1. Bundesliga, Meisterschafts- und Pokal-Halbfinals und Champions-League-Partien erleben durfte. Und er schickte einen Wunsch los: „Leider ist mir ein Finale und ein Titel verwehrt geblieben, aber das wünsche ich den Grizzlys für die Zukunft.“

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