Torfhaus/Hildesheim - Am 2. November eröffnet der Harzturm in Torfhaus, der größte Aussichtsturm Deutschlands. Die Investoren kommen größtenteils aus Hildesheim. Die HAZ beantwortet vor der Eröffnung die wichtigsten Fragen zu der neuen Tourismus-Attraktion im Harz.
Was ist das Besondere an dem neuen Aussichtsturm?
Zunächst einmal die Höhe: Mit 65 Metern ist der Harzturm der höchste Aussichtsturm Deutschlands. Er läuft damit dem bisherigen Rekordhalter, dem Himmelsglück-Turm im Schwarzwald, den Rang ab. Zur 360-Grad-Aussichtsplattform des Harzturms kann man zu Fuß gehen oder bequem mit einem Aufzug fahren. Und dann gibt es für Mutige noch einen Skywalk – eine freischwebende, elf Quadratmeter große Glasplattform, die nach Angaben der Betreiber „einen unvergesslichen Moment des Schwebens“ ermöglicht. Wieder nach unten geht es entweder auf dem gleichen Weg wie nach oben oder auf einer 110 Meter langen Abenteuerrutsche namens Rasantia. Besucherinnen und Besucher können mit bis zu 25 Stundenkilometern hinuntersausen. Dazu versprechen die Betreiber „magische Sound- und Lichteffekte“.
Wer steckt hinter dem Projekt?
Die Investoren der neuen Attraktion kommen größtenteils aus Hildesheim. Zu den Gesellschaftern gehören Bauunternehmer Sebastian Lüder und seine Frau Yvonne, außerdem die Lüder-Geschäftsführer Thomas Eisenburger und Carl Matthias Rathgen sowie CDU-Politiker und Rechtsanwalt Frank Wodsack. Sie haben gemeinsam mit anderen Investoren mehr als acht Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Wegen mehrerer Probleme beim Bau sind die Kosten aber in die Höhe geschnellt.
Wodurch hat sich der Bau verzögert?
Eigentlich sollte der Harzturm schon im Frühjahr 2022 eröffnet werden. Doch wie so oft bei großen Vorhaben: Es kam anders. Zunächst sorgte der stark gestiegene Holzpreis für einen Baustopp. Dann gab es Lieferengpässe bei verzinkten Teilen sowie bei Kunststoff-Elementen. Und zuletzt sorgten Stürme in Torfhaus dafür, dass die Aussichtsplattform nicht rechtzeitig montiert werden konnte. Durch diese Widrigkeiten haben sich auch die Investitionskosten erhöht. Mit den zunächst geplanten 8 Millionen Euro ist man nicht ausgekommen. Um wieviel das Budget überschritten wurde, wollte Geschäftsführer Hannes Mairinger zuletzt nicht verraten.
Wann hat der Harzturm geöffnet?
Für den 1. November ist die feierliche Eröffnung geplant – aber nur für geladene Gäste. Vom 2. November an ist der Turm dann für alle Besucherinnen und Besucher täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Ab April gilt dann Sommerzeit auf dem Harzturm: Von da an sind Besucherinnen und Besucher von 9.30 bis 18 Uhr willkommen.
Wo befindet sich der Turm?
Der Turm steht direkt an der Bundesstraße 4, ganz in der Nähe weiterer neuer Touristenattraktionen wie dem Harzresort, dem Wienerwald und der Bavaria Alm. Die Adresse lautet: Torfhaus 14, 38667 Altenau.
Und was kostet der Spaß?
Erwachsene zahlen einschließlich Skywalk 15 Euro, Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre 7,50 Euro. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt. Es gibt verschiedene Ermäßigungen, etwa für Gruppen, Familien oder Menschen mit Behinderung. Für die Rutsche werden noch einmal 4 Euro fällig. Wer von Rasantia nicht genug bekommen kann, kann auch eine personengebundene Tageskarte („All you can rutsch“) für 10 Euro lösen.
