Hildesheim - Der Bau des Aussichtsturms, den eine Gruppe von Investoren um den Hildesheimer Unternehmer Sebastian Lüder in Torfhaus erstellen lässt, verzögert sich erneut: Seit mehreren Tagen bremst starker Wind die Arbeiten am „Harzturm“ aus. Man könne daher die Stahlteile für die oberste Plattform des Gebäudes nicht nach oben – das heißt in gut 60 Meter Höhe – befördern, sagt Hannes Mairinger, Geschäftsführer der Harzturm GmbH. „Das Sicherheitsrisiko ist einfach zu groß.“ Die Eröffnung soll nun im Oktober, vielleicht aber auch erst im November über die Bühne gehen – festlegen will sich Mairinger nicht. „Wir können das derzeit einfach nicht genau sagen.“
Projekt litt schon unter gestiegenen Preisen und Lieferengpässen
Die Vorsicht des 69-Jährigen, der selbst zu den Gesellschaftern für das Projekt gehört, ist den Erfahrungen seit Beginn der Bauarbeiten im Mai 2021 geschuldet. Denn Mairinger und seinen Partnern ist schon einiges dazwischen gekommen. Zunächst stieg der Holzpreis derart gewaltig, dass die GmbH einen Baustopp verhängte. Dann gingen die Arbeiten weiter – doch die steigenden Energiekosten führten zu einem Lieferengpass bei den verzinkten Bauteilen, auch Kunststoffe waren knapp. Womit die Hoffnung platzte, den Turm – er wird der höchste seiner Art in Deutschland – noch 2022 zu eröffnen.
Weil die Plattform noch fehlt, kommt der Zeitplan ins Rutschen
Nun sollte es eigentlich im August so weit sein. Doch jetzt macht das Wetter den Turm-Bauern einen Strich durch die Rechnung. Zwar hat das Gebäude die geplante Höhe von 65 Metern inzwischen erreicht, die Röhre für den Aufzug ist fertig. Doch so lange es so heftig in Torfhaus windet – Mairinger berichtet von Windstärke 10 – lässt sich die oberste Plattform nicht montieren. Doch erst wenn das erledigt ist, können die Holzrippen und die Rutsche folgen. Letztere soll 110 Meter lang werden – als Alternative für alle, die einen Abstieg per Treppe oder Fahrstuhl zu langweilig finden.
Es kostet mehr – wie viel mehr, behalten die Investoren für sich
Aber wann geht es nun weiter? „Wir hoffen am Mittwoch“, sagt Mairinger. Was all die Verzögerungen für die Kosten bedeuten, will er nicht genau sagen – zumal erst zum Schluss abgerechnet werde. Doch so viel verrät er : Der Turm werde erheblich teurer als die ursprünglich kalkulierten knapp acht Millionen Euro. Doch die Gesellschafter seien bereit, die Mehrausgaben zu schultern. Das Vorhaben koste zwar Nerven, räumt Mairinger ein. „Aber wir glauben daran – das wird den Harz weiter nach vorne bringen.“
