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Große Herausforderung: Wie sich ein Dorf im Kreis Hildesheim um einen neuen Laden bemüht

Ahrbergen - Nahversorger sind in kleineren Orten der Region Hildesheim dünn gesät. In Ahrbergen gab es die Idee, dort einen Tante Enso-Supermarkt einzurichten. Doch dies ist aus verschiedenen Gründen nicht machbar. Es gibt aber noch weitere Überlegungen.

Der Eingang eines Tante Enso-Supermarktes - solch ein Geschäft kommt für Ahrbergen nicht in Frage. Foto: MyEnso

Ahrbergen - Der kleine Bäckerladen im Herzen von Ahrbergen war das letzte Lebensmittelgeschäft im Ort. Seit vergangenem März gibt es nun gar keinen Nahversorger mehr in Ahrbergen. Ganz im Gegenteil zu früheren Jahren. Die Supermarkt-Ketto Tante Enso, die von Bürgern an deren Standorten mit finanziert wird, schien eine vielversprechende Idee. Tante Enso ist ein auf einer Genossenschaft basierter Mini-Supermarkt mit der Möglichkeit, rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche einkaufen zu können. Dieses Modell kommt für Ahrbergen jedoch nicht in Frage. Ortsbürgermeister Herbert Pape (SPD) und der Ortsrat wollen aber so schnell nicht aufgeben – und legen sich bei der Suche nach einem neuen Betreiber eines Dorfladens weiter ins Zeug.

Bevor ein Tante Enso-Markt in einem Ort wie Ahrbergen eröffnet, müssen Bewerber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Bürger und Bürgerinnen sollen mindestens 300 Anteile je 100 Euro übernehmen – das ist eine der Bedingungen des Unternehmens. „Das ist schon schwierig“, sagt Ortsbürgermeister Pape. Ein springender Punkt ist auch die Entfernung zu Orten mit Supermärkten. Die muss mindestens fünf Kilometer betragen. Hasede ist mit dem großen Rewe-Markt an der Bundesstraße 6 und Sarstedt mit seinem Nahversorgerangebot unter fünf Kilometer entfernt.

Noch ein mögliches Vorbild

Da nützt es Ahrbergen auch nichts, dass die Größenordnung mit knapp 2200 Einwohner für den 24/7-Markt inklusive Online-Angebot gepasst hätte. Das Projekt Tante Enso wäre im Gegensatz zu anderen Orten wie jüngst Nettlingen „zum Scheitern verurteilt“, daraus macht Pape keinen Hehl. Aber – es gibt noch weitere Möglichkeiten.

„Der Dorfladen Rnah in Rössing ist auch ein Vorbild“, meint Helmut Meyer (SPD). Der bietet schon seit Mai 2014 dort seine Ware an. Rnah ist ein Gemeinschaftsprojekt der Rössinger Bürger, die sich das Ziel gesetzt hatten, endlich wieder einen Supermarkt im Ort zu etablieren. Viele Helfer haben nach Angaben der Rnah-Betreiber ehrenamtlich zahlreiche Stunden in den Umbau des Dorfladens investiert. Ohne sie wäre das Projekt finanziell nicht zu realisieren gewesen. Dieses Modell könnte ebenfalls ein Thema für Ahrbergen werden, meint Ortsratsmitglied Meyer.

Wichtiger sozialer Treffpunkt

Was für die Menschen in Ahrbergen wie auch in anderen Orten in der Region hinzu kommt: Ob Tante Enso oder Rnah – solche Geschäfte sind soziale Treffpunkte, die wichtig für die Dorfgemeinschaft sind.

In Ahrbergen gibt es unterdessen noch eine Option. Die Räume, in denen der frühere Bäckerladen der Kette Heide-Bäcker Meyer an der Straße Trift untergebracht war, könnten erneut genutzt werden. Zumindest ein Kiosk käme dort laut Meyer durchaus in Frage. „Damit man wenigstens dort etwas einkaufen kann“, sagt er. Ortsbürgermeister Pape habe schon zu möglichen Betreibern Kontakt aufgenommen. Doch denen war Sarstedt zu nah. Dennoch gilt in Ahrbergen: Weiter am Ball bleiben.

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