Nettlingen - Jetzt ist es Fakt: In Nettlingen öffnet ein Nahversorger. Die Ortschaft in der Gemeinde Söhlde hat es geschafft, die erforderlichen 300 Anteile für einen Tante Enso-Supermarkt zu zeichnen. Die benötigte Zahl ist sogar überschritten worden. „Der ganze Ort ist stolz darauf“, erklärt Ortsbürgermeister Thomas Hein (SPD).
In einer Woche mehr als 100 Abschlüsse
300 Anteile á 100 Euro müssen für einen My Enso-Supermarkt gezeichnet werden – so wollen es die Enso Firmengründer Thorsten Bausch und Norbert Hegmann. Damit haben die Unternehmer eine Sicherheit, dass die Einwohner des Ortes, hinter ihrem Supermarkt stehen und dort auch einkaufen werden. Denn, so erklärte Bausch auf einer Infoveranstaltung im April in Nettlingen, der Markt laufe natürlich nur, wenn er auch frequentiert werde. Letztlich kauften 330 Nettlinger und Nettlingerinnen Enso-Anteile. „In der letzten Woche vor Ultimo sind noch einmal 100 gezeichnet worden“, berichtet Hein.
Wie geht es nun weiter? Die Nettlinger haben ihre Aufgaben, zu denen ein Imagefilm zählte, erledigt, der Vertrag zwischen My Enso und dem Besitzer der Immobilie, in dem der Laden eingerichtet werden soll, ist geschlossen. Die weiteren Schritte hängen von Baugenehmigung und Nutzungsänderung ab. Werden die zügig erteilt, kann der Umbau beginnen.
Versprechen des Landrates
Landrat Bernd Lynack (SPD) hatte bei der Info-Veranstaltung in Nettlingen erklärt, dass er dafür sorgen werde, dass die Anträge vom Landkreis Hildesheim bevorzugt bearbeitet würden. Das sei eine Form der Wirtschaftsförderung.
Ist die Genehmigung erteilt, der Ausbau abgeschlossen, kann das Geschäft eingerichtet werden. Ortsbürgermeister Hein hofft, dass dies im November geschehe. Hein und der Ortsrat können sich dann wieder um ihre eigentlichen Tätigkeiten im Ort konzentrieren. Denn neben dem Engagement für den Nahversorger im Ort, stand im vergangenen Jahr auch das 1000-jährige Bestehen der Ortschaft im Mittelpunkt.
Viel los in Nettlingen
„Eigentlich sollte es nur ein großes Schützenfest werden, dann wurden es ganz viele Feste“, blickt Hein auf die Jubiläumsplanung zurück. Besonders gut sei das Bürgerfrühstück für die Einwohnerinnen und Einwohner unter freiem Himmel angekommen. Zudem wurde der Gottfried-von-Cramm-Park mit einem klassischen Konzert eingeweiht, die Ritterstatue bekam ihren Platz im Dorfteich, es gab Theaterstücke und vieles mehr. „Ich habe gerade auch kein Bedürfnis mehr, noch ein Fest zu organisieren“, gesteht Hein. Doch die Erfolge der Veranstaltungen werden festgehalten. Es wird einen Bildband und einen Film geben. Um die bewegten Bilder kümmern sich Henri Gehrs und Daniel Rüter, die mit ihrem Team auch schon den Enso-Image-Film produziert haben. „Am Ende dieser Feiern bleiben die Menschen. Jeder, der dabei war, wird sich auf dem Foto oder im Film suchen“, sagt Hein. Und viele von ihnen würden in Zukunft sicher das Angebot nutzen, vor Ort einkaufen zu gehen.


