1700 verkaufte Karten

Großer Andrang und ein Ausfall: Das sagen die Gäste zur neuen Tanzfläche in Hildesheims Open-Air Partylocation

Hildesheim - Die Voraussetzungen waren optimal: Bei bestem Wetter hat WOODLANDS sein neues Angebot im Kulturgarten eingeweiht. Das war an einer Stelle sogar zu viel fürs Gelände. So war die Resonanz.

1700 Gäste sind, laut Veranstalter, zur Eröffnung der neuen Tanzfläche gekommen. Foto: Charish Scheurer

Hildesheim - Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und riesiger Andrang: WOODLANDS hätte sich den Saison-Start am 1. Mai kaum besser planen können. Etwa 1700 Gäste sind am Feiertag ins Güldenfeld geströmt. Schon im Vorverkauf gingen über 1000 Tickets weg. Immerhin hat der Verein an diesem Tag auch seine neue Tanzfläche eröffnet. Der Tanz im Mai war also ein Erfolg – nur getrübt von einem plötzlichen Defekt.

Am Anfang des Tages ist davon aber noch nichts zu ahnen. Entsprechend gut ist die Stimmung auch bei Studentin Nisha. Sie gehörte zu denjenigen, die um 13 Uhr angestanden und ein Ticket gekauft haben – für satte 20 Euro. Das Angebot sei den Preis aber wert, findet sie. „Wir Studierenden beschweren uns ja sonst, dass in Hildesheim zu wenig los ist“, erklärt sie. „Dann müssen wir solche Projekte unterstützen.“ Die Stimmung auf dem Gelände und die Gestaltung begeistern die junge Frau aber. Auch die Freundesgruppe von Nils, Niklas, Elisa und Mareike sind überzeugt. Die vier Freunde sind sich einig: So etwas hat Hildesheim gefehlt.

Ein „Mini-Festival“

„Mini-Festival“, so beschreiben Gäste den Kulturgarten. Es gibt Musik und Karaoke, die Gäste spielen Cornhole oder fahren Skateboard auf einer Rampe. In den Büschen ums Gelände sind Sitzgelegenheiten im Schatten aufgebaut. „Wie in Hamburg“, fühlt sich Freddi. Der junge Mann ist im Landkreis aufgewachsen und lebt seit 14 Jahren in Hildesheim. Lediglich die langen Schlangen an den Getränkeständen stören ihn. „Aber die Leute hier sind viel netter und entspannter als zum Beispiel damals im DAX.“

An diesem Tag ist der Kulturgarten erst ab 18 Jahren zugänglich. Das Gelände soll aber auch in Zukunft für alle Altersgruppen etwas bieten. Auch an diesem Tag sind nicht ausschließlich Mittzwanziger vor Ort. Besucher Rainer schätzt, dass er wohl mindestens 20 Jahre älter ist als der Durchschnitt. Er fühlt sich trotzdem wohl. „Die gesamte Gemeinschaft nimmt einen gut an“, bestätigt er. Freunde, deren Kinder im WOODLANDS-Verein aktiv sind, haben ihn heute mitgenommen.

Der Sommer ist schon geplant

Eigentlich ist Live-Musik wie im Atelier Licht.N.Stein im Ratskeller oder in der Kulturfabrik (Kufa) sein Metier. „Die Musik hier ist für mich Neuland“, gibt er zu. Vor allem elektronische Wiederkommen will er aber „auf jeden Fall“. Aus der Kufa ist unter anderem Can Güler, designierter Geschäftsführer des soziokulturellen Zentrums, vor Ort. Er ist begeistert: „Das ist die Gangart, die mir auch für die Kufa vorschwebt“, verrät er.

Der Kulturgarten mache Hildesheim überregionaler. Allein die DJs, die an diesem Tag auflegen, würden Leute aus der Region anlocken. Güler verrät, dass er mit WOODLANDS schon im Austausch stehe. Auch der Vereinsvorsitzende Marvin Tober bestätigt einen „sehr guten, freundschaftlichen Kontakt“. Das Programm für den Sommer sei aber schon vorgeplant. Lob kommt auch von Weedbeat-Gründer Rico Klose. „WOODLANDS hat geschafft, was wir 20 Jahre versucht haben“, findet er. Sein Team hat das Reggae-Festival letztes Jahr beendet. Er blicke jetzt aber mit „purer Freude“ auf den Kulturgarten.

Am Ende knallt es

Erst am Ende knallt es. Ein Stromaggregat gibt den Geist auf. 40 Minuten lang schweigen die Lautsprecher. „Wir hatten zum ersten Mal alles gleichzeitig geöffnet und haben derzeit noch nicht genug Strom auf dem Gelände“, erklärt Tober dazu. Nach einem Neustart geht es aber weiter – und die Party bis in die Nacht.


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