Tat vor vier Wochen

Gullydeckel-Wurf auf A7 bei Hildesheim: Angehörige sammelt Spenden für die Opfer

Hildesheim/Harsum - In der Region Hildesheim hat die Tat Entsetzen und große Anteilnahme ausgelöst, für die beiden Opfer hat sie ihr Leben verändert. Eine Angehörige sammelt nach dem Gullydeckel-Wurf auf der Autobahn 7 bei Hildesheim nun Spenden.

Das zerstörte Auto der beiden Opfer nach dem Gullydeckel-Wurf auf der Autobahn 7 bei Hildesheim vom 20. August. Mit Spenden, die eine Angehörige sammelt, soll ein neues Auto gekauft werden. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim/Harsum - Das Dach des blauen VW ist eingedellt, die Windschutzscheibe gesplittert und man weiß: Grund dafür war ein Gullydeckel, der von einer Brücke auf die Autobahn 7 geworfen wurde, das das Auto traf und beide Insassen schwer verletzte. Der Anblick des zerstörten Wagens hat sich nach der Tat vom 20. August bei vielen eingebrannt.

Eine Angehörige sammelt nun Spenden für die beiden Opfer und will so dabei helfen, dass sie sich ein neues Fahrzeug kaufen und ein Stück Normalität zurückgewinnen können.

Das Ziel: ein neues Auto

Natalie Göttert, Schwester beziehungsweise Schwägerin der beiden Opfer, hat auf der der Internetplattform Gofundme zum Spenden aufgerufen und erklärt dort auch, warum: „Ich möchte den beiden auf diesem Weg helfen, Geld für ein Auto zu sammeln, das den beiden ermöglicht, mobil zu sein, dass sie zu den bevorstehenden Arztterminen und Krankenhausaufenthalten fahren können“.

Nichts mehr sei wie vorher, das Leben ihrer Schwester und dessen Mannes habe sich durch die Tat „schwerwiegend verändert“, dennoch seien die Angehörigen dankbar, dass es den beiden „den Umständen entsprechend gut“ gehe.

Kreisverwaltung weist Vorwürfe erneut zurück

Es war mutmaßlich ein 50-jähriger Harsumer, der in der Nacht zum 20. August einen Gullydeckel von einer Brücke warf, die zwischen Asel und Hasede über die Autobahn 7 führt, und damit den VW der beiden Opfer traf. Die beiden Insassen waren dabei schwer verletzt worden. Der Verdächtige war in Harsum in den vergangenen Jahren immer wieder wegen Diebstählen und Sachbeschädigungen auffällig geworden, saß bereits ein Jahr in Haft und ist den Behörden im Landkreis Hildesheim bekannt.

Die Kreisverwaltung hatte in der vergangenen Woche erneut eigene Versäumnisse bei der Betreuung des mutmaßlichen Täters zurückgewiesen und bestreitet, die Gefährlichkeit des psychisch kranken Mannes falsch eingeschätzt zu haben.

Wie man spenden kann

„Das zu lesen ist wie ein Schlag ins Gesicht“, kommentierte Natalie Göttert unter dem auch auf Facebook geposteten Artikel der HAZ. Bei der von ihr initiierten Spendenaktion kamen bis Sonntagmorgen (Stand: 11 Uhr) insgesamt 1670 Euro von 37 Spenderinnen und Spendern zusammen.

Wer ebenfalls spenden möchte, kann dies direkt auf der Seite der Spendenaktion bei Gofundme tun – auch anonym. Natalie Göttert richtet sich in ihrem Aufruf auch bereits an alle, die helfen: „Ich möchte mich schon jetzt bei jedem einzelnen bedanken, der die beiden unterstützt, egal in welchem Umfang.“

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