Nachweis fürs Reisen

Gurgeln statt Stäbchen: In der Speicherstraße gibt es die neuen PCR-Tests

Hildesheim - Sie gehen schnell, sind günstig und sollen ebenso zuverlässig wie die herkömmlichen PCR-Tests per Abstrich aus Rachen oder Nase sein – sagt jedenfalls Florian Braune, der Gurgel-Tests anbietet.

Zum Corona-Test bitte hier entlang: Florian Braune vor seiner Teststation in der Hildesheimer Speicherstraße. Foto: Braune/privat

Hildesheim - Florian Braune will es denen einfach machen, die beispielsweise über die Ostertage verreisen wollen und dafür einen negativen PCR-Test benötigen: In seiner Teststation „Corona Freepass“ in der Speicherstraße bekommt man den Nachweis innerhalb von 24 bis 36 Stunden per SMS mit einem mehrsprachigen Laborbefund zum Ausdrucken. Eine Anmeldung zum Test ist ab sofort möglich unter www.coronafreepass.de.

Seit Anfang März sind bereits Apotheken und Ärzte am Start, die fachgerecht Speicheltests mit Abstrichen aus der Nase anbieten. Die HAZ hat dazu eine Übersicht erstellt.

Zwei Besonderheiten hat dieses Verfahren: Erstens wird der Befund nicht über einen Rachen- oder Nasenabstrich erstellt, sondern durch das Gurgeln mit einer Lösung, die die Virenkonzentration im Rachen ebenso zuverlässig nachweisen soll. „Für den, der getestet wird, ist es meistens angenehmer, wenn er ohne Stäbchen getestet wird, mitunter kann das ja schmerzhaft sein“, sagt Braune. „Und dem Laborbefund ist es egal.“

Bis zu 120 Tests pro Tag sind möglich

Und zweitens ist dieser PCR-Test mit 34,95 Euro vergleichsweise günstig. Freiwillige Tests, wie sie heißen, wenn sie beispielsweise für Urlaubsreisen gemacht werden, kosten in manchen Bundesländern ab 59 Euro, mitunter aber auch zwischen 140 und 190 Euro, zudem oft mit einem Aufpreis für die Ausstellung in englischer Sprache.

Braune ist studierter Sportmanager und eigentlich Betreiber des Hildesheimer Escape Rooms, den er vor einem Jahr im ersten Lockdown schließen musste. Nun hat er vorläufig und coronabedingt umgesattelt – und will anbieten, was die Menschen derzeit brauchen. In seiner Station kann er bis zu 120 Personen pro Tag testen, und das macht er täglich von 16 Uhr bis 19.30 Uhr sowie nach Absprache und Anmeldung. „Dabei dauert der eigentliche Test ungefähr zwei Minuten“, beschreibt Braune den Gurgel-Vorgang.

Ursprung ist ein Hamburger Start-up

Die Corona-PCR-Teststation gibt es mittlerweile in vielen Städten in Deutschland. Sie geht auf ein Hamburger Start-up zurück, das die beiden Unternehmer Heiko Fuchs und Axel Strehlitz dort gegründet haben. Fuchs hat auch den sogenannten Hamburger Pandemie-Manager mitentwickelt, ein Computer-Programm, mit dem die Hamburger Gesundheitsämter Infektionen erfassen. Strehlitz war Redaktionsleiter beim Fernsehmagazin Spiegel TV leitet heute das Udo Lindenberg-Museum Panik City.

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