Engpass bei Baumaterial

Hildesheimer Projekt: Harzturm wächst langsamer als geplant

Hildesheim - Beim Bau des Harzturms, den einige Hildesheimer mit Partnern in Torfhaus errichten lassen, gibt es Materialprobleme. Das hat Folgen.

Eine Gruppe um den Hildesheimer Unternehmer Sebastian Lüder lässt in Torfhaus einen 65 Meter hohen Aussichtsturm bauen.. Foto: Harzturm GmbH

Hildesheim - Verzögerungen bei Bauvorhaben – gleich ob öffentliche oder private – sind derzeit an der Tagesordnung. Nun hat es auch einmal mehr den Harzturm erwischt, den eine GmbH um eine Gruppe von Hildesheimern um den Immobilienunternehmer Sebastian Lüder derzeit in Torfhaus errichten lässt: Aus der geplanten Eröffnung vor Weihnachten werde nichts, sagte Geschäftsführer Hannes Mairinger am Montag der HAZ, dies liege vor allem an Lieferproblemen mit verzinkten Bauteilen. Doch auch bestimmte Holzelemente und Kunststoffe seien derzeit schwer zu beschaffen. Das Gebäude soll nun zum Frühjahr 2023 fertig sein.

Monatelanger Baustopp, weil Holzpreise sich verdoppelt hatten

Der Harzturm soll Besuchern einen Ausblick aus 65 Metern Höhe auf den Brocken und den Nationalpark ermöglichen, die Arbeiten laufen seit Mai 2021. Doch nicht lange nach dem ersten Spatenstich verhängten Mairinger und seine Mitstreiter einen Baustopp: Der Holzpreis hatte sich mehr als verdoppelt, die Kosten drohten aus dem Ruder zu laufen. Nach einigen Monaten hatte sich der Markt einigermaßen beruhigt, auf der Baustelle ging es weiter. Zunächst mit dem Ziel, den Turm im September zu öffnen, später war von Dezember die Rede. „Davon bin ich auch bis vor wenigen Tagen noch ausgegangen“, erklärte Mairinger.

Turm kostet mehr als die geplanten acht Millionen Euro

Doch dann habe die Eisenhütte, die verzinkte Bauteile für den Turm liefern soll, wegen der hohen Energiekosten ihre Kapazitäten heruntergefahren – „und zwar drastisch“. Mit der Folge, dass die GmbH die Eröffnung erneut verschieben muss. Auf wann genau – darauf will sich Mairinger nach den Erfahrungen der vergangenen Monate nicht festlegen.

Die Entwicklung hat auch finanzielle Folgen: Ursprünglich sollte der Turm knapp acht Millionen Euro kosten (zu denen das Land Niedersachsen und der Bund 1,4 Millionen Euro beisteuern), nun werde das Projekt teurer, sagte Mairinger auf Nachfrage. Eine Summe könne er nicht nennen; man bleibe aber unter zehn Millionen Euro, versicherte er. Zudem stünden die Gesellschafter alle weiter hinter dem Vorhaben: „Da gibt es keine Probleme.“

Die übrigen Arbeiten an dem Turm liefen weiter, berichtet Mairinger, das Gebäude hat inzwischen eine Höhe von 30 Metern erreicht. Auf 45 Metern soll ein „Skywalk“ entstehen – ein gläserner Austritt, auf dem man das Gefühl hat, durch die Luft zu geben; auf 50 Meter Höhe können künftige Besucher in eine 110 Meter lange Edelstahlrutsche steigen, die sie zurück auf den Erdboden bringt. Es gibt allerdings auch Treppen und einen Aufzug.

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