Hoheneggelsen - Eine gute Nachricht hatte der Architekt und Projektentwickler Peter H. Voss für Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Beschäftigten des Seniorendomizils in Hoheneggelsen in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses des Kreistags. In Kürze trifft sich der Eigentümer der Immobilie mit Jan Philip Kirschbaum von der Theresenhof GmbH aus Bad Salzdetfurth und dem Insolvenzverwalter der bisherigen Betreibergesellschaft. Die Theresenhof GmbH will das Altenheim weiterführen. Bei dem Treffen sollen die Modalitäten besprochen werden. Voss entwickelt Immobilienprojekte für Seniorenheime und hat auch selbst Pflegeheime betrieben. Er ist im Auftrag des Eigners der Pflegeheim-Immobilie in Hoheneggelsen tätig.
Hausverbot erteilt
So hat Voss 2016 Umbau- und Sanierungsarbeiten in dem Pflegeheim geleitet. Aber nur kurze Zeit. „Der Betreiber hat mir und den Handwerkern Hausverbot erteilt“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Der insolvente Betreiber und der Hauseigentümer führen seit geraumer Zeit einen Rechtsstreit um die Miete. Fünf Millionen Euro sollen ausstehen. Ein endgültiges Urteil ist noch nicht gefällt.
Das ist geplant
In dem Seniorenheim leben aktuell 20 Bewohnerinnen und Bewohner. Geplant ist, nach einem Betreiberwechsel wieder 110 Menschen dort zu betreuen. Außerdem soll es eine Tagespflege und betreutes Wohnen geben. Auch viele ehemalige Bewohner wollten nach einem Betreiberwechsel zurückkehren. Voss erhob Vorwürfe gegen den bisherigen Betreiber.
Im Sozialausschuss des Kreistags wurden die Vorgänge weiter thematisiert. So soll es in der Vergangenheit zu erheblichen Mängeln in dem Heim gekommen sein. Das bestätigte Kreissozialdezernent Benjamin Knollmann: „Die Heimaufsicht ist seit geraumer Zeit über Mängel informiert.“ Die Heimaufsicht gehört zum Dezernat von Knollmann. „Die Heimaufsicht weiß um die Sorgen und Ängste der Menschen. Viele wissen nicht, wo sie Weihnachten gepflegt werden“, sagt Knollmann. Eine Verantwortung seines Dezernats könne er aber nicht erkennen: „Wir haben Tag und Nacht alles zum Schutz der Bewohner getan.“
Regelmäßig im Heim
Tatsächlich waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heimaufsicht regelmäßig im Heim. „Im letzten halben Jahr waren wir ein Mal in der Woche dort“, sagte Knollmann. Dabei habe der Landkreis teilweise „strenge Anordnungen“ erteilt. Und bei jedem Besuch sei es ein anderer Mangel gewesen. Der Betreiber habe die angemahnten Mängel jeweils abgestellt. Knollmann: „Darum haben wir auch keine Schließung verfügt.“ Die Vorwürfe, dass Bewohner binnen Stundenfrist aus dem Heim geworfen wurden, hielt Benjamin Knollmann für unglaubwürdig. Der Vorsitzende des Sozialausschusses, Dirk Bettels (CDU), zeigte sich über das Agieren der Heimaufsicht verärgert: „Sie präsentieren sich hier als zahnloser Tiger.“
