Hildesheim - Noch vor zwei Wochen hatte Jürgen Breymann große Zweifel – bis dahin waren nur knapp über 60 Anmeldungen für den Schützenumzug eingegangen. „Da habe ich schon überlegt, ob das wirklich reicht“, sagt der 67-Jährige, der den Ausmarsch seit 2009 als so genannten Zugleiter organisiert.
Inzwischen aber ist Breymann zufrieden: „Jetzt können wir gehen.“ Schließlich ist die Zahl der Gruppen auf 87 gestiegen, an die 2000 Menschen werden am Sonntag ab 13 Uhr vom Rathaus durch die Stadt zum Schützenplatz ziehen – zum ersten Mal wieder nach zwei Jahren Corona-Pause. Und vielleicht kommen ja weitere Gruppen dazu: Noch sind Anmeldungen für Kurzentschlossene über die Internetseite www.sfhi.de möglich. „Wir sind gesprächsbereit“, versichert Breymann. Er ist Mitglied der Junggesellenkompanie, die das Fest zusammen mit der Schützengesellschaft von 1367 über den gemeinsamen Verein Hildesheimer Volksfest auf die Beine stellt.
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Hildesheimer fragen nach Festwagen von Queerbeet
Viele Hildesheimer freuten sich, dass es wieder einen Umzug gebe, ist Breymann überzeugt. „Ich bin von etlichen Menschen darauf angesprochen worden.“ Manche fragten sogar nach bestimmten Gruppen – wie dem Verein Queerbeet. Der Zusammenschluss queerer Ehrenamtlicher stellt einen der fünf Festwagen mit Musik, „die machen immer eine Super Stimmung“, berichtet Breymann. Der kündigt zwei neue Gruppen an: Erstmals laufen der Landsknechtfanfarenzug Eschwege und die Wunstorfer Auetaler/Bill Mo’ s Musikzug mit. Insgesamt sind 17 Musikzüge mit zusammen 520 Spielleuten dabei.
Viele Körbe von Musikzügen
Dass dies weniger als bei früheren Schützenfesten sind, erklärt der Organisator mit den Folgen der Pandemie. Er habe 31 Züge angeschrieben – manche hätten sich aufgelöst, andere erklärt, sie seien nicht spielfähig. Aus Sorge vor einer Corona-Infektion angesichts der Zusammenkunft so vieler Menschen habe niemand abgesagt, erklärt Breymann – wohl aber hätten zwei Vereine darum gebeten, nicht im Festzelt spielen zu müssen, sondern draußen. „Darauf gehen wir natürlich ein.“ Auf dem Schützenplatz gebe es auch extra eine Teststation.

