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Keine kostenlosen Stellflächen mehr an öffentlichen Straßen in Hildesheim: Stadt will das Parken neu regeln

Hildesheim - Die Stadt Hildesheim will das Parken im Zentrum neu regeln: Anfang der 2030-er Jahre soll es nur noch kostenpflichtige Stellflächen im öffentlichen Straßenraum geben.

Die Verwaltung schlägt vor, das Bewohnerparken in der Hildesheimer Innenstadt auszuweiten – dadurch könnten dann auch Bürger der Oststadt (hier der Krähenberg) diese Möglichkeit nutzen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Stadt will das Parken im Zentrum neu regeln: Anfang der 2030-er Jahre soll es in Hildesheim nur noch kostenpflichtige Stellflächen im öffentlichen Straßenraum geben – vorausgesetzt, der Rat folgt einem entsprechenden Vorschlag der Verwaltung.

Danach soll ein beträchtlicher Teil der Parkplätze künftig ausschließlich Anwohnern mit einem entsprechenden Jahresausweis (kostet ab Januar 120 Euro) zur Verfügung stehen. Die Verwaltung möchte die Zahl dieser Bewohnerparkplätze deutlich ausweiten; in deren Genuss sollen dadurch in Zukunft auch Bürger aus der Oststadt und von der „Insel“ am Kalenberger Graben kommen.

Den anderen Teil der Parkplätze sollen sich Anwohner mit einem Jahresausweis und stadtteilfremde Autofahrer teilen. Letztere dürfen ihre Wagen auf den Flächen aber nur zu bestimmten Zeiten gegen Gebühren abstellen. Diese sollen steigen (direkt im Zentrum von jetzt 1,80 Euro auf 2,70 Euro in der Stunde). Das soll dazu führen, dass Pendler und andere Auswärtige in die dann günstigeren Parkhäuser ausweichen, statt sich einen Platz am Straßenrand zu suchen.

Politiker und Bürger klagen über vollgestellte Straßen in Vierteln wie der Oststadt und der „Insel“

Denn genau das ist derzeit der Fall: Politiker und Bürger klagen seit Jahren über vollgestellte Straßen in den Stadtteilen. Gleichzeitig gibt es in den Parkhäusern und auf den großen Parkanlagen viele freie Flächen. „In Hildesheim wird gern an der Straße geparkt. Und das häufig auch noch falsch“, sagt Sandra Brouër, die das Planungsamt der Stadt leitet. Dafür seien große Parkhäuser nur zu 50 Prozent ausgelastet. Was vor allem daran liegen dürfte, dass Autofahrer viele der insgesamt rund 9400 Stellflächen im öffentlichen Raum bislang umsonst nutzen können.

Das Planungsamt hat nun mit Hilfe eines Fachbüros ein Konzept erarbeitet, das die Situation ändern soll: Anwohner sollen leichter einen Stellplatz finden, der Parksuchverkehr durch klare, einheitliche Regelungen unterbleiben (weil dann klar ist, wer wo zu welchen Bedingungen parken darf oder auch nicht) und so die Lebensqualität in den Wohnvierteln steigen. Und nicht zuletzt sollen es auch Rettungsfahrzeuge leichter haben.

Künftig zwei nur Parkbereiche in Hildesheim: einen für Bewohnerparken, einen für Bewohner und Externe

Die Verwaltung hat dazu die Innenstadt zwischen den Bahnlinien im Norden und im Osten, dem Moritzberg im Westen sowie der Innerste und der Struckmannstraße im Süden in etwa ein Dutzend „Quartiere“ eingeteilt. In ihnen soll es in Zukunft Straßen geben, in denen „Mischparken“ möglich ist (die Parkplätze stehen Bewohnern und auch anderen zu Verfügung), aber auch Straßen, wo ausschließlich Bewohnerparken möglich ist – wobei Letzteres nur für die Hälfe der jeweiligen Parkplätze gelten darf.

Das Baudezernat schlägt dem Rat eine schrittweise Umsetzung ab 2025 vor, abhängig vom Parkdruck in den Quartieren: Man müsse unter anderem erst ermitteln, wie viele Parkautomaten und Schilder nötig seien, wo diese stehen sollten, wie viel zusätzliches Personal der Ordnungsdienst benötige, und was das alles zusammen koste. „Denn wir müssen das natürlich überwachen“, sagt Stadtbaurätin Andrea Döring.

Die Umsetzung des Konzeptes sollte direkt im Stadtzentrum starten, schlägt Brouër vor, dort sei der technische Aufwand am geringsten – so gebe es schon Parkscheinautomaten und Hinweisschilder. Praktisch bedeutet das: Von den rund 430 Parkplätzen im Zentrum zwischen Kaiserstraße, Kardinal-Bertram-Straße, Schuhstraße und der Achse Zingel-Kennedydamm sind knapp 100 für Bewohner vorgesehen. Die übrigen 330 werden zu Mischpark-Bereichen. „Das heißt, dass dann zum Beispiel Anwohner der Osterstraße und der Kardinal-Bertram-Straße größere Chancen auf einen Parkplatz haben“, erklärt Brouër.

Als nächstes sollen dann ab 2026 der mittlere und südliche Teil der Oststadt sowie die Neustadt an der Reihe sein, danach bis 2030 der Moritzberg, das Dom-Viertel und das Michaelis-Virtel sowie die „Insel“ am Kalenberger Graben. Ab 2030 wären dann die nördliche Oststadt und das Weinbergviertel an der Reihe.

Wann steigen die Parkgebühren?

Über die Reihenfolge sei die Verwaltung gesprächsbereit, betont Döring; es gehe um die Grundsatzentscheidung über die neue strategische Ausrichtung: „Wir wollen von der Politik wissen, ob wir so weiterplanen können.“ Wann genau die Parkgebühren steigen, kann die Verwaltung nicht sagen: Das hänge vom weiteren Verlauf der Umsetzung ab.

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